Montag, 17. Dezember 2007

Nur ein paar Fotos

Viel Text ist nicht notwendig, die Bilder sprechen für sich! Hab meine ersten Tauchgänge absolviert, es ist einfach fantastisch!




Freitag, 14. Dezember 2007

Semesterende / Thailandurlaub

Zu Beginn dieses Blogeintrages sitze ich im Flieger von Hong Kong nach Bangkok und freue mich riesig auf den bevorstehenden Urlaub! Die letzten Tage in Korea verliefen erstaunlich unspektakulär, ich reise mit einem lachenden und einem weinenden Auge aus diesem Land ab, jedoch dazu später mehr.

Zuallererst möchte ich noch festhalten dass mich der Elektronikteufel auf kaltem Fuß erwischt hat. Einen Tag vor Abflug ging gestern als Erstes meine Digitalkamera ein. Das Display sowie die entstandenen Fotos zeigen nur Streifen, ich vermute dass entweder Feuchtigkeit ins Innere gelangt ist oder die Kamera nach ein paar Jahren einfach das Zeitliche gesegnet hat. 3 Stunden später musste ich dann feststellen dass auch mein Ipod im Sterben lag (Gut – mag er eben nicht wenn er mir vom Bett runterfliegt) und sämtliche Reanimationsversuche (Festplatten-Rhythmus Massage, chirurgische Öffnung und Inspektion des Innenlebens) ohne nennenswerte Erfolge blieben. Der Lesekopf bleibt ständig hängen, ich komm nicht mal mehr ins Menü. Diagnose: Keine Garantie mehr, also wieso sollte er noch funktionieren?!

Auch der Ipod hat mir eine Zeitlang gute Dienste geleistet, somit war es klar dass Ersatz so schnell als möglich her musste, denn ein Thailandurlaub ohne Kamera und MP3-Player ist schlicht und einfach ein Ding der Unmöglichkeit! Hong Kong sei Dank, der Duty-Free Shop bot mir eine große und durchaus günstige Auswahl, Weihnachten steht vor der Tür (Ich beschenke gerne meine Nächsten – also mich) und damit werde ich den heutigen Abend damit verbringen, mich mit meinem neuen Spielzeug zu vergnügen. Von Bangkok geht es dann per Flieger direkt nach Phuket und im Anschluss morgen früh per Boot auf Koh Racha Yai.

Die heutige Nacht werde ich seit langem wieder alleine verbringen und niemand kann sich vorstellen wie sehr ich mich danach sehne endlich im Hotel zu sein und einfach nur Ruhe zu genießen. Ich habe mich hier in Korea den Gegebenheiten angepasst, kein eigenes Zimmer zu haben, sonderlich glücklich war ich jedoch nicht. Mir war zuvor durchaus bewusst dass die kulturellen Unterschiede groß sein werden und ich hatte nie ein größeres Problem damit, bis auf die eine Sache – das Dormitory. Ich wundere mich gerade dass ich dieses Thema eigentlich noch nie im Blog erwähnt habe, vermutlich fällt es mir erst jetzt auf, wie unangenehm es für mich war.

Versprochen wurde uns vorab ein Aufenthalt im Zweibettzimmer, jedoch ist der Grundsatz „First come, first served“ auch hier in Korea bekannt. So kam es also dass wir (Ich, Ma Hua aus China, Nam & Son Hoo (oder so) aus Korea) gemeinsam in ein Zimmer verfrachtet wurden. Ich hab mich mit allen super verstanden (Speziell mit Ma Hua, einer der wenigen Chinesen der auch gerne von der anderen Seite Chinas (Kulturrevolution, Tibet & Taiwan-Konflikt) offen und ehrlich berichtet), jedoch kann ich eines partout nicht ausstehen: Jemand, der neben mir schnarcht! Son Hoo kann nichts dafür, aber über den Zeitraum von 4 Monaten wurde mir Schlaf en masse geraubt. Teilweise war es so laut, dass nicht mal Ohropax weiterhalfen. Dies und mein mittlerweile komplett zerstörter Tagesrhythmus (jeden Tag zu unterschiedlichen Zeiten aufstehen) sorgten sicher für ein eine klare Minderung der Lebensqualität.

Den Zustand des Dormitories kann man des Weiteren durchaus als schlecht bezeichnen. Gemeinschaftsduschen, Gemeinschaftstoiletten und jeden Monat wurde „desinfiziert“ da es schon mal vorkommen konnte dass die eine oder andere Kakerlake meinen Weg kreuzte. Für mich war es Teil eines Aufenthaltes der mein Leben bereicherte wie es in der kurzen Zeit von vier Monaten nicht besser möglich ist den man eben durchstehen musste, jedoch nicht auf Dauer. Es gab negative und positive Aspekte, um es in einen Satz zu fassen würde ich sagen dass ich es keinesfalls bereue, dieses Exchangesemester absolviert zu haben, jedoch würde ich nicht freiwillig noch ein zweites Semester dranhängen, solange die Unterkunft die selbe ist. Wer mich kennt der weiß dass ich Wert auf Sauberkeit und Ordnung lege (was mein Zuhause angeht), dies war jedoch bei vier Leuten auf 15 Quadratmeter nicht möglich.

Da mir im Moment tausende Sachen durch den Kopf gehen die unbedingt zu Papier gebracht werden sollten möchte ich im folgenden Abschnitt auf sämtliche Erfahrungen und Beobachtungen eingehen, welche ich in den letzten vier Monaten gemacht habe und die Erwähnung finden sollten.

Über das Unileben hier habe ich bereits ausschnittsweise berichtet, um ein Resümee zu ziehen muss ich ehrlich zugeben dass ich mich dieses Semester definitiv nicht überanstrengt habe. Es ist wahnsinnig leicht einen Kurs positiv zu absolvieren, da ich Österreicher bin galt dies auch hier in Korea als oberste Maxime. Bis zum jetzigen Zeitpunkt durchblicke ich das System der Notengebung nicht vollständig und es wird mir auch immer ein Rätsel bleiben. In Fächern mit wenigen Studenten müssen die Professoren zB keine Fs (also 5er) bzw. Ds (4er) hergeben wenn sie der Meinung sind dass alle „ausreichend“ viel Wissen aufgenommen und vor allem die Anwesenheitspflicht befolgt haben. Soll heißen: Gemessen wird immer am Besten (=100% (A+)) und danach absteigend bis C+ oder C0 benotet.

Zusaetzlich haben alle Exchange-Studenten einen inoffiziellen Sonderstatus, durchfallen ist als Austauschstudent praktisch unmöglich. Für Koreaner bedeutet dieses System nur eines: Stress! Sie lernen bis zum Umfallen und das ist wortwörtlich zu nehmen. Es gilt möglichst gute Noten zu schreiben um nach Graduierung in eines der Topunternehmen Koreas zu kommen, sei es nun LG, Samsung, Hyundai, Daewoo, etc.

Prüfungsergebnisse werden nicht nach Matrikelnummer sondern nach Punkteanzahl sortiert und ständig ist man einem ungeheuren Leistungsdruck ausgesetzt. Mein Zimmerkollege hatte heute (14.12.) seine letzte Abschlussprüfung, die letzte Woche hat er JEDEN Tag von 8 Uhr morgens bis 3 oder 4 Uhr früh in der Bibliothek verbracht. Teilweise war er so fertig dass in der Früh der Wecker in voller Lautstärke 5 cm neben seinem Ohr geläutet hat und er nicht munter wurde. Das letzte Mal als ich ihn sah war Donnerstagmorgen da er von diesem Zeitpunkt an bis zum Prüfungstermin, also rund 24 Stunden durchgehend lernen musste. Vor der Bibliothek bilden sich um 6 Uhr morgens bereits Schlangen sobald die Final Exams näher rücken. (Hab ich zumindest gehört, nicht dass jemand glaubt ich würde so bald aufstehen :p)

Das Ganze hat einen logischen Hintergrund; viele studieren, nur wenige finden danach einen Job. Rekrutiert wird bei koreanischen Unternehmen immer im Oktober/November, nicht selten kommen 10.000 Bewerber (!!!) auf 200 ausgeschriebene Stellen, so wie es dieses Jahr in einer Sparte von Samsung der Fall war. Die gesamte Bewerbung dauert meist 2 Tage und beinhaltet mehrere schriftliche und mündliche Prüfungen. Eine Koreanerin erzählte dass ihr Freund ihr vor kurzem erklärte er könne sie für das nächste Jahr nicht mehr sehen, da er zu lernen hätte. Unbegreiflich.

Um einen Kontrast zu diesem harten Alltag zu finden beschäftigen sich manche Koreaner ausgiebig mit Onlinespielen wobei Starcraft immer noch ganz oben an der Spitze steht. Da ich vor dem Schlafengehen immer gerne auf dem Dach des Dormitories eine letzte Zigarette geraucht habe hab ich mir einen guten Überblick darüber verschafft, wann die meisten zu Bett gehen. Um 3 Uhr morgens brannte in der Regel in ¾ von allen Zimmern Licht.

Fortgehfreudig sind die Wenigsten, da führten wir Exchangestudenten eindeutig die Rangliste an. Wenn Koreaner fortgehen betrinken sie sich meist maßlos und enden darin irgendwo herumzuliegen um die letzte Jause wieder zu retournieren. Generell waren wir hauptsächlich in Suwon in der Nähe des Campus unterwegs, jedoch wurde dies nach kurzer Zeit unheimlich langweilig da Suwon in dieser Hinsicht nicht viel zu bieten hat. Wer Spaß haben will muss in Seoul unterwegs sein. In Hongdae, dem Univiertel gibt es jede Menge großartiger Clubs welche musikalisch wirklich jedes Genre abdecken.

Seoul hat natürlich noch um einiges mehr zu bieten auch wenn die Stadt meiner Meinung nach an einem Identitätsverlust leidet, welcher sich quer du die koreanische Gesellschaft zieht. Aufgrund des enormen Aufschwungs der letzten Jahre ist der westliche Einfluss deutlich spürbar, speziell bei der jüngeren Generation. Jene die den Koreakrieg noch selbst miterlebt haben sind sehr konservativ und besinnen sich auf alte koreanische Werte. Korea versucht sich strikt von China und Japan abzukapseln jedoch ist dies schwer möglich da alle 3 Länder sowohl geschichtlich als auch kulturell auf einer breiten Basis sehr ähnlich sind.

Wenn man längere Zeit hier verbringt entdeckt man zahlreiche Facetten an Asien, die einem vorher nie in den Sinn gekommen wären. Jedes asiatische Land und seine Bewohner haben teils komplett unterschiedliche Ansichten und Wertschätzungen so wie es auch bei uns in Europa der Fall ist. Selbst China kann aufgrund der schieren Fläche und der Masse zwar als ein Land, jedoch nicht als ein Volk betrachtet werden. Obwohl alle Chinesen offiziell dieselbe Sprache sprechen und schreiben sind die Dialekte teils so verschieden dass sie sich untereinander trotzdem nicht verstehen.

Mittlerweile sitze ich am Flughafen in Bangkok und warte auf meinen Anschlussflug nach Phuket, welcher wie ich soeben erfahren habe eine Stunde Verspätung hat. Angesichts der Tatsache dass ich seit mehr als 36 Stunden nicht mehr geschlafen habe bin ich nun mehr als geschlaucht und freue mich nur mehr auf eine Dusche und ein Bett. Morgen werde ich bereits um 8 Uhr morgens abgeholt da das Boot um 9 nach Koh Racha Yai fährt.

Warum ich letzte Nacht kein Auge zugetan hab ist leicht erklärt; es war der letzte gemeinsame Abend mit allen Exchangestudenten welche ich die letzten 4 Monate doch tagtäglich gesehen habe. Abschied nehmen ist keine meiner Stärken und somit wollte ich auch gestern nicht das „Ich-hab-mit-dir-in-den-letzten-4-Monaten-zwar-nicht-viel-geredet-aber-trotzdem-will-ich-jetzt-noch-schnell-einen-auf-dicke-Freunde-machen-bevor-du-fliegst“-Spiel mitspielen, jedoch habe ich mich doch mit vielen Leuten mehr als gut verstanden und so kam es dass aus meinem Plan, früh ins Bett zu gehen mal wieder nichts wurde. Speziell um einige der Schweden tut es mir leid sie nicht mehr zu sehen da dieses Völkchen aus dem Norden außerordentlich gesellig und gutmütig ist.

Nach stundenlangem Verabschieden machte ich mich dann um halb sechs Uhr morgen mit zwei anderen Schweden (welche nach Malaysia flogen) auf um zum Flughafen zu fahren und meine Odyssee anzutreten. Übernachtungsmöglichkeiten in Schweden wurden mir zahlreich angeboten was mein Schwesterlein wahrscheinlich ebenfalls erfreuen dürfte, gehe ich recht?!

Somit wäre dieser Teil des Blogs nun vermutlich beendet, wobei ich selbstverständlich bei verfügbarer Zeit und Internetanschluss von meinem Thailand-Aufenthalt ausführlich berichten werde, vermutlich wird sich die Berichterstattung jedoch auf das Wesentliche, nämlich azurblaues Meerwasser, weiße Sandstrände und meine ersten Taucherfahrungen beschränken.

Sofern mir noch etwas Wesentliches zu Korea einfällt (und das wird es) werde ich dies selbstverständlich nachtragen, des Weiteren werde ich den Blog auch während meines Praktikumssemesters in Peking aktiv betreiben. Mittlerweile ist es kurz nach 9, ich sitze in einem etwas besseren Drehflügelflugzeug der Air Asia (gut – für 30 Euro braucht man nicht mehr erwarten) und hüpfe von einem Luftloch ins Andere. Keine Angst – wenn jemand außer mir diese Zeilen liest bedeutet dies dass ich bereits im Hotel bin und alles upgeloadet habe. Der Laden fliegt gleich auseinander – ich mach Schluss! Ich denk an euch wenn ich morgen bei 31 Grad im Schatten mit Nemo schnorcheln gehe!

P.S.: Beim nochmaligen Durchlesen fällt mir auf dass teilweise der Zusammenhang zwischen den Absätzen fehlt; ich bitte dies zu entschuldigen, es gibt einfach zu viel Neues heute ;-)

Montag, 12. November 2007

Eine Frechheit....

Hier eine goldene Faustregel für alldiejenigen unter euch, die es irgendwann über kurz oder lang nach Korea zieht (Gilt vermutlich ebenfalls für andere asiatische Länder): Wenn auf diversen Märkten eingekauft wird; kauft NIRGENDWO sobald kein Preis deklariert ist. Denn sonst zieht man euch gnadenlos über den Tisch.

So geschehen in Seoul, Dongdaemun Market. Da sich hier die Möglichkeit bietet ein paar Weihnachtsgeschenke zu kaufen (ich muss vordenken, der Versand dauert schließlich) kaufte ich eben ein paar Dinge zusammen, grundsätzlich ohne Plan was eigentlich für wen ist, das wird dann später entschieden. Unter anderem war auch ein normaler (natürlich gefälschter) Schal das Objekt meiner Begierde.

Lustiger weise war eine Koreanerin gerade dabei, denselben Schal zu kaufen, als ich mich dem Marktstand näherte (Man muss dazu sagen dass ich mich fast anpirschte, denn dieses Stück Stoff passte perfekt in mein Beuteschema!). Aus sicherer Distanz beobachtete ich den Verkaufsvorgang. Sie bot dem ~25 Jahre alten Geschäftsmann anfänglich 10.000 Won (rund 7,50 EUR), nach kurzer Verhandlung wurde für 11.000 Won getauscht.

Das vermeintliche Schnäppchen im Fokus entwarf ich meine Strategie. Wo mag die Verhandlungsbasis liegen? 15.000 Won? Dann werde ich am Ende wohl um die 12.000 bis 13.000 berappen müssen. Selbstbewusst trat ich also vor, nach ein paar prüfenden Blicke auf das Zielobjekt also die Frage aller Fragen: „How much is it?“ Und was antwortet mir der Clown? 25.000 Won!!!!

Fünfundzwanzigtausend??? Verdammte 127% Aufschlag? Ha, eine Frechheit. Nicht mal mit sich handeln ließ er. Wahrlich, Touristenfreundlich sind sie manchmal nicht. Also, nichts kaufen sofern kein Preisschild davor steht, oder am Besten einen Koreaner mitnehmen. Der bekommt dann auch den Asiatenrabatt.

Donnerstag, 8. November 2007

Besichtigung der Grenze zu Nordkorea

Wie versprochen wird nun der Bericht zu meiner Besichtigungstour zur nordkoreanischen Grenze nachgeliefert. Ergänzend werde ich ebenfalls ein paar geschichtliche Hintergründe mit einbauen, da dies wesentlich zum Verständnis des Konfliktes beiträgt.

Da dies kein offizieller Ausflug war mussten wir die Planung selbst vornehmen, dies war allerdings kein Problem da die Buchung über ein Reisebüro in Seoul erfolgte. Einziger Haken an der Sache war dass wir schon um 10 dort sein mussten und somit um 8 den Bus von Suwon nach Seoul nahmen. Das hieß; aufstehen um 7. Wär ja normalerweise auch nicht so schlimm, wäre nicht am Vortag der International Day gewesen.

Allzu spät bin ich nicht ins Bett gekommen, jedoch waren ein paar Schweden wie berichtet in desaströser Verfassung. Trotzdem kamen sie mit, da man sich diese einmalige Gelegenheit nicht entgehen lassen sollte.

Der ganze Trip war von Beginn an von diversen Bestimmungen und einem genau festgelegten Procedere gekennzeichnet. Wie bereits erwähnt muss man sich über eine offizielle Agentur anmelden, um Erlaubnis zu bekommen, dem Ausflug beizuwohnen. Dazu wird eine Kopie des Reisepasses benötigt, jeder Besucher wird registriert. Nicht jedem ist es erlaubt, die Grenze zu besichtigen. Staatsbürgern aus Afghanistan, China, Russland, Taiwan, Hong Kong, Kuba, Iran, Irak, Libyen, Nordkorea, Pakistan, Sudan und Syrien ist der Besuch nicht gestattet. Der Genehmigungsprozess für Staatsbürger aus der Republik Korea kann bis zu einem Jahr andauern, sie werden durch eine gesonderte Tour geführt.

Ausgestattet mit unserer koreanischen Reiseleiterin ging es nach Bezahlung (moderate 50 EUR pro Person) also los. Auf dem Weg dorthin gab es erstmals eine kleine Einführung wie die heutige Situation eigentlich zustande kam. Diese möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten.

Korea (Also das heutige Nord- und Suedkorea) ist 1910 von Japan annektiert worden. Speziell während des zweiten Weltkrieges wurde das Land von den Japanern skrupellos ausgebeutet, dadurch ist das Verhältnis zu Japan auch heute noch teilweise gespalten. Nach Kriegsende wurde Korea schließlich geteilt, das Gebiet nördlich des 38. Breitengrades wurde unter sowjetische Verwaltung, das südliche unter US-amerikanische Verwaltung gestellt. Ursprünglich war geplant, Korea als eigenständigen Staat zu etablieren, dieses Vorhaben wurde jedoch mit Beginn des kalten Krieges wieder eingestellt. Der 38. Breitengrad wurde also zur vorläufigen Grenze, der so genannten Demarkationslinie ernannt.

Die USA führten am 10. Mai 1948 unter Aufsicht der UNO Wahlen durch, mangels Kooperation der Sowjetunion aber nur im Süden. Am 15. August 1948 wurde die Republik Korea ausgerufen. Als Reaktion proklamierte der von den Sowjets geförderte ehemalige Partisanenführer Kim Il-sung am 9. September die Demokratische Volksrepublik Korea. Die sowjetischen und amerikanischen Truppen verließen 1949 das Land.

Sowohl die Demokratische Volksrepublik Korea als auch die Republik Korea sahen sich als Vertretung des ganzen Landes und wollten es unter dem jeweils eigenen System vereinigen. Beide Seiten suchten die Eskalation, und so kam es bereits vor dem Krieg immer öfter zu Konflikten an der Demarkationslinie. Heute beschuldigt man sich gegenseitig, den Krieg begonnen zu haben.

Anfang 1949 versuchte Kim Il-sung Stalin zu überzeugen, dass die Zeit für eine konventionelle Invasion des Südens gekommen sei. Stalin lehnte jedoch ab, da die nordkoreanischen Truppen noch recht schlecht ausgebildet waren und er die Einmischung der USA fürchtete. Im Laufe des Jahres wurde die nordkoreanische Armee zu einer offensiven Organisation nach dem Vorbild der Sowjetarmee geformt und mit Waffen aus der Sowjetunion ausgerüstet. 1950 war Nordkorea dem Süden in jeder Waffengattung deutlich überlegen.

Am 25. Juni 1950 überschritten die Truppen der Nordkoreanischen Volksarmee nach mehrfachen Grenzverletzungen seitens Südkoreas die Grenze.

US-Präsident Harry S. Truman hatte bereits, ohne Einwilligung der UNO, Besatzungstruppen aus Japan nach Südkorea verlegt. Die gut gerüsteten Nordkoreaner zwangen die südkoreanischen Truppen zum Rückzug. Seoul wurde am 29. Juni erobert, und im September 1950 kontrollierten sie das ganze Land bis auf ein kleines Gebiet im Südosten um Busan. Mit der Versorgung und der Luftunterstützung der USA konnten die Südkoreaner ihre Lage stabilisieren.

Anscheinend wir auch im Süden eine Form der Zensur betrieben, denn das folgende Bild wurde bei einer kurzen Präsentation vor Ort einfach dezent übersprungen.

Nachdem der Nachschub gesichert und US-Soldaten an der Westküste gelandet waren, wurde die nordkoreanische Armee weit in den Norden zurück gedrängt. Der Angriff wurde mit Unterstützung südkoreanischer Verbände bis Pjöngjang vorangetrieben. Ziel war nunmehr die Wiedervereinigung Koreas. Die Chinesen jedoch wollten ein vereinigtes Korea unter amerikanischem Einfluss nicht dulden und griffen mit einer zunächst 300.000 Soldaten umfassenden „Freiwilligenarmee” in Nordkorea ein, nachdem die alliierten Truppen die Grenze erreicht hatten. China war darauf bedacht, eine offizielle Einbeziehung zu vermeiden, wodurch der Charakter eines Stellvertreterkrieges verstärkt wurde. Am 1. Januar 1951 begannen 400.000 chinesische und 100.000 nordkoreanische Soldaten eine Offensive, der die 200.000 Soldaten der UN-Streitkräfte nicht standhalten konnten.

Mit den US-Streitkräften flohen viele Zivilisten daraufhin in den Süden. Am 26. November begann die Schlacht um das Chosin-Reservoir, zugleich wurde von der nordkoreanischen Hafenstadt Hŭngnam aus unter dem Schutz der US-Flotte eine amphibische Rückzugsoperation durchgeführt. Am 3. Januar wurde Seoul geräumt und in der Folge eine Verteidigungslinie zwischen dem Gelben Meer und dem Japanischen Meer gebildet.

Erst im März 1951 wurde die Stadt wieder von UN-Truppen besetzt, ein Großteil der Einwohner wurde von den Kommunisten verschleppt oder bei Widerstand ermordet. Die UN-Einheiten rückten wieder bis etwas über den 38. Breitengrad vor, der Krieg erstarrte hier in einem Stellungskrieg. Am 11. April 1951 wurde General MacArthur von Truman entlassen und durch General Matthew Ridgway ersetzt, da MacArthur eigenmächtig eine Ausweitung des Krieges auf China und den Einsatz von Atombomben gegen chinesische Städte gefordert hatte.

Nach weiteren verlustreichen Kämpfen und zähen Verhandlungen wurde am 27. Juli 1953 in Panmunjeom ein Waffenstillstandsabkommen zwischen der UNO und Nordkorea abgeschlossen. Es bestätigte im Wesentlichen den 38. Breitengrad als Grenze zwischen Nord- und Südkorea.

Der Krieg forderte unter der Zivilbevölkerung nach Schätzungen fast 3 Millionen Menschenleben. Circa 36.000 amerikanische, 600.000 koreanische und 673.800 chinesische Soldaten fielen in den Kämpfen. Zu Beginn der Waffenstillstandsverhandlungen waren neben den großen Infrastrukturanlagen wie Stauseen 18 der 22 größten nordkoreanischen Städte wenigstens zur Hälfte dem Erdboden gleich gemacht worden.

So entstand die Grenze zwischen dem heutigen Nord- und Suedkorea.

Man kann sich das ganze jedoch nicht als Grenze vorstellen, so wie wir das gewohnt sind. Auf einer Länge von 248 und einer Breite von 4 Kilometern teilt die DMZ, die demilitarisierte Zone das Land. In ihrer Mitte verläuft die Militärische Demarkationslinie (MDL), de facto die Grenze zwischen beiden koreanischen Staaten. Das Betreten der DMZ ohne Genehmigung der Waffenstillstandskommission ist beiden Seiten grundsätzlich untersagt.

Angesichts der Tatsache, dass beide koreanische Staaten sich noch heute formell im Kriegszustand befinden, kam es in der DMZ bislang nur zu wenigen direkten Konflikten. Neben einer Reihe von Überläufen von beiden Seiten war ein Streit im Jahr 1976 über das Fällen eines Baums an der MDL, in dessen Verlauf zwei US-amerikanische Soldaten von Nordkoreanern getötet wurden, der einzige ernsthafte Zwischenfall. Im Zeitraum von 1974 bis 1990 wurden insgesamt vier Tunnel gefunden, die vom Norden aus unter der DMZ in den Süden gegraben wurden, um im Kriegsfall Militäreinheiten unbehelligt durch die DMZ zu transportieren. Es wird vermutet, dass es weitere, noch nicht entdeckte Tunnel gibt. Die gefundenen Tunnel sind groß genug, um selbst Panzer nach Suedkorea zu transportieren.

Heutzutage wird die Grenze von beiden Seiten von rund einer Million Soldaten bewacht. Auf südkoreanischer Seite sind immer noch rund 30.000 amerikanische Soldaten stationiert. Innerhalb der DMZ hat sich ein Rückzugsgebiet für Tiere entwickelt, die dort ungestört leben können. Der einzig mögliche Punkt um die Grenze zu überschreiten wird besonders streng überwacht. Dieser befindet sich in Panmunjeom, von den Amerikanern offiziell auch Joint Security Area (JSA) genannt.

Diese militärische Siedlung ist seit dem Waffenstillstandsabkommen das Hauptquartier der Military Armistice Commission (MAC), die die Einhaltung des Waffenstillstands überwacht.

Zunächst jedoch näherte sich unsere Gruppe der Grenze nur Schrittweise. Von einem Aussichtsturm aus, welcher auf einer Anhöhe steht und ein kleines Museum beinhaltet hatten wir das erste Mal die Möglichkeit, einen Blick nach Nordkorea aus der Ferne zu werfen.

Im Museum gab es verschiedene nordkoreanische Produkte sowie ein typisch nordkoreanisches Wohn- bzw. Klassenzimmer zu besichtigen.

Per Bus ging dann die Reise weiter Richtung Panmunjeom. Die wichtigsten Gebäude in Panmunjeom sind drei blaue Baracken mit je einer Tür auf nordkoreanischer als auch südkoreanischer Seite. Durch ihre Mitte verläuft die militärische Demarkationslinie (MDL). In diesen Hütten fanden Verhandlungen zwischen beiden Parteien statt.

Die mittlere Baracke ist Besucherdelegationen von beiden Seiten abwechselnd zugänglich. Zwei Soldaten des einen Teils von Korea, von dem aus der Raum betreten wird, bewachen dann die Tür zum jeweilig anderen Landesteil. Ansonsten kann man sich in dem kleinen Verhandlungsraum frei bewegen. Offiziell betritt man soagr nordkoreanischen Boden, wenn man den mittleren Tisch umrundet.

Zwischen den Baracken markieren lediglich ein schmaler Betonstreifen und unterschiedlicher Bodengrund die Grenzlinie.

Auf südkoreanischer Seite des Areals befindet sich das Freedom House („Freiheitshaus“). Das ursprüngliche Gebäude war ein 1965 errichteter Aussichtspavillon mit zwei einstöckigen Seitenflügeln. Seit 1998 steht an seiner Stelle ein großer 4-stöckigen Neubau, der Pavillon wurde schräg nach hinten versetzt. Im Freedom House finden offizielle Treffen zwischen Nord- und südkoreanischer Seite statt, die beiden Staaten sowie ihre jeweiligen Rot-Kreuz-Gesellschaften haben hier ihre Liaison Offices (Verbindungsbüros). 130 m südwestlich wurde 1980 provisorisch, 1989 in seiner heutigen Form das House of Peace („Friedenshaus“) errichtet, in dem in der Vergangenheit Familientreffen zwischen Nord- und südkoreanischen Zivilisten stattfanden.

Auf nordkoreanischer Seite wurde 1969 das Panmun-gak gebaut, ein zweistöckiges Gebäude, das als Quartier für nordkoreanische Delegationen und Sicherheitskräfte dient.

Das Gebiet hat insgesamt einen Durchmesser von 800 Metern. Die Überschreitung der Demarkationslinie wird seit einem Zwischenfall am 18. August 1976, bei dem zwei US-amerikanische Soldaten von nordkoreanischen Soldaten getötet wurden, nicht mehr geduldet. In der Nähe Panmunjeoms befindet sich auch die sogenannte Brücke ohne Wiederkehr, über die 1953 Gefangene ausgetauscht wurden. Die Gefangenen, die an dieser Stelle die Grenze überschritten, hatten dadurch ihr Recht auf Rückkehr verwirkt.

Panmunjeom wird von beiden Seiten auch zu Propagandazwecken benutzt. Touristen auf der südkoreanischen Seite bekamen in der Vergangenheit von US-Soldaten, die als Fremdenführer tätig waren, erzählt, die Gebäude auf der nordkoreanischen Seite seinen in Wirklichkeit nur Fassaden. Seit sich Nordkorea dem Tourismus langsam öffnet und auch fast alle Touristen nach Panmunjeon schickt, haben sich diese Behauptungen als nicht haltbar herausgestellt.

Nordkorea hingegen hält die Behauptung aufrecht, Südkorea und die USA hätten eine Mauer auf der kompletten Länge der DMZ errichtet. Die Mauer sei an der Basis ca. 13 Meter breit und zwischen 5 und 8 Meter hoch und mit Schießscharten ausgestattet. Auf der Nordseite falle die Mauer senkrecht ab, dient so auch als Panzersperre, auf der Südseite dagegen sei die Mauer schräg und bewachsen, daher sei die Mauer vom Süden aus praktisch nicht sichtbar. Touristen werden Stücke dieser Mauer vom nordkoreanischen Militär gezeigt. Vermutlich handelt es sich jedoch um vereinzelte Panzersperren, die von Nordkorea zu einer Art zweiter Berliner Mauer hochstilisiert werden um daran die „Verlogenheit des kapitalistischen Systems“ zu demonstrieren.

Darüberhinaus gibt es in der DMZ zwei kleine Dörfer. Daesong-dong („Dorf des großen Erfolgs“) – das amerikanische Militär bevorzugt die Bezeichnung Freedom Village („Freiheitsdorf“) – befindet sich auf der Südseite der MDL. Es ist ein traditionelles Dorf und wird von der südkoreanischen Regierung scharf kontrolliert. Wohnen darf dort nur, wer schon bei Abschluss des Waffenstillstands 1953 dort gewohnt hat oder von einem dieser Einwohner abstammt. Die Bewohner dürfen bei Einbruch der Dunkelheit ihre Häuser nicht mehr verlassen, erhalten aber im Gegenzug eine Reihe von Vergünstigungen; u. a. sind sie vom Militärdienst befreit und müssen auch keine direkten Steuern bezahlen. An der nordkoreanischen Seite befindet sich Kijŏng-dong („Friedensdorf“). Es gilt als „Propagandadorf“, in dem sich hauptsächlich nordkoreanische Soldaten aufhalten sollen. Früher wurde von dort aus nordkoreanische Propaganda über Lautsprecher in südkoreanische Richtung verbreitet.

Nachts werden in manchen Gebäuden Lichter eingeschaltet, aber diese Lichter werden immer zur selben Zeit und in denselben Gebäuden eingeschaltet. Vor dem Dorf konnte man Feldarbeiter sehen. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass dDer höchste Flaggenmast der Welt (160 Meter)in Kijŏng-dong steht. Auf seiner Spitze befindet sich fast 270 Kilogramm schwere nordkoreanische Flagge. Der Mast war ursprünglich nicht so hoch, aber er wurde ausgebaut, nachdem der Flaggenmast in Daeseong-dong über die Höhe seines nordkoreanischen Pendants hinaus erhöht wurde.

Auf jeden Fall ein spannender Ausflug, womöglich der Interessanteste bis jetzt. Souvenirs gab’s natürlich auch.

Sonntag, 4. November 2007

2007 Ajou International Day

Ja, wir haben hier im Moment volles Programm. Am 1. November stand der diesjährige International Day der Ajou University auf dem Programm. Hierbei geht es darum, sein eigenes Land zu präsentieren und auch etwas über andere Länder zu erfahren.

Der beste und einfachste Weg führt wieder mal über den Magen. Jedes der rund 40 hier vertretenen Länder wurde also mit ca. 130 Euro ausgestattet um damit für das jeweilige Land typische Essen & Getränke zu besorgen oder zuzubereiten.

Es gab also Burritos und Corona aus Mexiko, Chili aus den Vereinigten Staaten, Bohnensuppe und Beck‘s aus Preußen, XXXX, Foster‘s und Lammspieße aus Australien, Kebab aus der Türkei, und teilweise Unidentifizierbares aus fernen Ländern, deren Namen mir nicht einfallen. Von Russland gabs klarerweise Vodka.

Welchen Beitrag hat Österreich geleistet? Nun, da wir nur in kleiner Zahl (4 Personen) vertreten sind nahmen alle teil und somit beschlossen wir gemeinsam Wein aus dem „Ösiladen“ in Seoul zu besorgen (10-12 Euro pro Flasche, Kategorie: Kopfweh bei Erstkontakt). Zusätzlich gab es Käse (kein original österreichischer, hat allerdings keiner gemerkt) und Weintrauben sowie hausgemachten Kaiserschmarren.

Wie immer rochen die ortsansässigen Wikinger aus Schweden den billigen Fusel schon auf 3 Kilometer gegen den Wind. Somit fanden wir dankbare Abnehmer für den überteuerten Kopfwehwein. Pech für die trinkfesten Skandinavier, am nächsten Tag Stand ein Ausflug zum Grenzgebiet zu Nordkorea auf dem Programm. Sie machten nicht gerade einen fitten Eindruck. Jedenfalls war dies einer der spannendsten Ausflüge bis jetzt. Den Bericht dazu gibt’s in den nächsten Tagen.

Nationalfeiertagsempfang

Erfreulicherweise sorgt sich Österreich auch im Ausland um das Wohlbefinden seiner Bürger. In mancher Hinsicht. So kam es, dass sämtliche in Korea registrierten Österreicher vom Botschafter zu einem Empfang im Millennium Seoul Hilton geladen wurden. Der eigentliche Ablauf gestaltete sich als unspektakulär, jedoch kamen wir auch nicht um den altbekannten Smalltalk zu führen (wobei dann doch kein Weg daran vorbei fuehrte).

Nein, der eigentliche Grund unseres Kommens war ein anderer, umso wichtigerer Grund; österreichisches Essen! Man kann es sich nicht vorstellen wie fantastisch eine Scheibe Schwarzbrot nach mehrwöchiger Abstinenz schmeckt. Einfach göttlich! Wenn ich diese Zeilen schreibe hab ich schon wieder Appetit auf eine Jause für zwischendurch.

Es gab wirklich alles, was den Österreichergaumen befriedigt. Schweinsbraten, Kartoffelsalat, Apfelstrudel, Wein, Zipferbier, Krapfen, Brezen, Würstel, etc.

Ein fantastisches Mahl und eine willkommene Abwechslung.

Mid Term Exams

Darüber gibt es eigentlich nicht viel Außergewöhnliches zu berichten. Vor zweieinhalb Wochen war es Zeit, die ersten Prüfungen zu schreiben, die so genannten Mid-Term Exams. Hierbei absolviert man je eine Prüfung (die Erste von Zweien pro Semester) pro Fach innerhalb von 1-2 Wochen.

Die Schwierigkeit der Prüfungen ist dabei sehr relativ. Im Endeffekt hängt sehr viel von der Fragestellung ab. Grundsätzlich wird Multiple-Choice seitens der Professoren bevorzugt, jedoch stellt sich das Ganze als Single-Choice heraus, da immer nur eine von fünf möglichen Antworten richtig ist. Grundsätzlich gilt es, 100 Punkte zu erreichen. Meist sind 60% der Punkte Mittels Multiple-Choice und die restlichen 40% mit der Beantwortung von Essay-Questions, somit offenen Fragen zu erreichen.

Manche Professoren ziehen Punkte für „wild guesses“ Punkte ab, das heißt dass man bei zufälligem Raten auch Minuspunkte bekommen kann.

Ergebnismäßig bin ich ganz zufrieden, mein Fokus dieses Auslandssemesters liegt schließlich weiterhin nicht darauf nur A+ zu schreiben sondern ein möglichst großes Interkulturelles Verständnis zur asiatischen/koreanischen Kultur aufzubauen.

Eine interessante Situation hat sich in dem Fach „Business Workshop“ ereignet. Aufgabenstellung war eine fiktive Verhandlungssituation zwischen zwei Firmen, welche beide einen gewissen Bestand an Orangen einer seltenen Sorte zu Forschungszwecken kaufen wollten. Je 2 Personen bildeten ein Team, meist 2 Europäer bzw. 2 Koreaner. Jedes Team hatte ein Limit, was es bereit wäre zu bezahlen. Beide Teams brauchten die Orangen um seltene Krankheiten zu heilen. Bei richtigem Verhandeln gab es eine Win-Win-Situation, dazu später.

Der eigentlich spannende Teil waren die „Verhandlungen“. Wir hatten 10 Minuten Zeit, um die Situation zu klären. Erster Gedanke: Zeitdruck. Somit wurde die Verhandlung on unserer Seite mit dem eigentlichen Ziel gestartet, die Frage, wie viel der Andere bereit wäre, zu zahlen (Dies wurde im Nachhinein als äußerst unhöflich bemängelt). Kein großes Gerede eben. Mein koreanisches weibliches Gegenüber hingegen startete die Diskussion mit dem üblichen Smalltalk. How are you? What’s your name? Etc. etc. etc.


Wir sind es anders gewohnt – nämlich daran, ohne großes Gerede zum Punkt zu kommen. Für Asiaten wiederum ist es wichtig, zuerst lange Smalltalk zu führen, bevor es ums eigentliche Geschäft geht. Dies wird von uns als zehrend und langweilig gesehen, für sie wiederum ist es unhöflich und ungewohnt, Dinge sofort anzusprechen. Asiaten entscheiden auch eher aus dem Bauch heraus, als rational über eine Sache nachzudenken. Auf jeden Fall war es sehr interessant, die Gedankengänge nachvollziehen zu koennen.

Die Verhandlung verlief im Endeffekt auf die Tatsache hinaus, dass die eine Gruppe den Saft der Orange, die andere nur die Schalen benötigte. Eine typische Win-Win-Situation die ohne der richtigen Verhandlungsbasis nicht erreicht wird (Wir haben es dann doch geschafft, jeder bekam das Erwuenschte).

Erfreuliche Nachrichten zu Beginn

Wow…. Ich hab den Blog seit geraumer Zeit nicht mehr upgedatet. Genauer gesagt seit mehr als einem Monat nicht mehr. Die Zeit vergeht im Moment wirklich wahnsinnig schnell, es sind weniger als 6 Wochen bis mein Semester hier in Korea beendet ist.

Da es von vergangenem Monat natürlich auch den einen oder anderen Anlass gibt, der einen Eintrag in den Blog wert ist werde ich versuchen das ganze chronologisch korrekt nachzuliefern.

Zunächst einmal das aktuellste zu Beginn – Ich hab meine Praktikumsstelle und bereits meine Zusage erteilt. Am 7. Jänner 2008 werde ich bei Daimler in der HR-Abteilung mein Praktikum antreten. Nicht irgendwo sondern – in Peking, d.h. ich werde Korea den Rücken kehren und mich aufmachen, um China zu erkunden.

Zu meinen Aufgaben werden u.a. folgende Tätigkeiten gehören:

  • Support des Asia Hub Teams in Beijing (operative HR-Arbeit, day to day business etc.)
  • Direkter Kontakt zu Transferees
  • Unterstützung des Teams bei Erstellung von Präsentationen, Statistiken, etc.
  • Datenpflege in HR-Systemen
  • Unterstützung des monatlichen Gehaltszahlungsprozesses über das Deutsche Bank System
    (hier bin Ich eigenständig für die Zusammenstellung der notwendigen supporting documents zuständig und direkter Ansprechpartner für eventuelle Rückfragen und Klärungsbedarf
    seitens Deutsche Bank bzw. seitens der internen Accounting Partner)
  • Projektarbeit (soweit verfügbar) im Rahmen des International Assignment Managements

Mit Sicherheit erwartet mich ein spannendes Praktikum. Der Vertrag wird die Option beinhalten, das Praktikum mit beidseitigem Einverständnis auf 8 Monate zu verlängern. Somit werde ich vermutlich erst wieder Ende August 2008 nach Österreich zurückkommen.

Am 14.12. gehts nun erstmals nach Thailand, Startpunkt ist Phuket, von dort aus vermutlich nach Koh Phi Phi und andere Inseln. Da ich bereits ab 4. Jänner in das von Daimler bereit gestellte Apartment Hotel einziehen kann werde ich Weihnachten und Neujahr irgendwo zwischen Thailand, Shanghai und Peking verbringen. Zu welchem Zeitpunkt es mich wohin verschlägt ist zum Gegebenen Zeitpunkt noch nicht klar. Wird sich wohl eher kurzfristig entscheiden.

Sonntag, 30. September 2007

Ein entspannendes Wochenende

Wie bereits letzte Woche angekündigt habe ich mich letztes Wochenende an die Ostküste begeben um dort ein wenig Abstand vom ewigen Smog & Lärm der Großstadt zu bekommen.

Samstagmorgen machten wir uns gegen 7:00 auf den Weg Richtung Sokcho, einer Kleinstadt an der Ostküste Koreas mit läppischen 90.000 Einwohnern.
Auf dieser Fahrt machte ich auch die ersten Erfahrungen als aktiver Teilnehmer des koreanischen Straßenverkehrs, ohne welche man jedoch mit einer weitaus höheren Lebenserwartung leben kann.

Das Prinzip ist leicht erklärt: Die Größe des eigenen Fahrzeug + des eigenen Egos multipliziert mit der Lautstärke der Hupe = X Wahrscheinlichkeit, Vorrang zu bekommen, wobei X = oftmals grösser als rot leuchtende Ampeln, denn diese werden eher als … „Richtlinien“ betrachtet.

Ohne also ständig alle Augen und Ohren auf den Verkehr zu richten kommt man nicht weit. Als ob dies noch nicht anstrengend genug wäre, muss man zusätzlich auch noch den richtigen Weg finden, was sich bei Teils 5 Spuren im Stadtverkehr von Seoul als nicht gerade einfach erweist.

Vermutlich sind sämtliche Verkehrsteilnehmer nicht ganz so undiszipliniert wie z.B. in Bangkok, jedoch kein Vergleich zur europäischen Art von Fortbewegung. Was man hier jedenfalls nicht sieht sind Radfahrer. Das würde dann doch eher einem Selbstmordkommando gleichen. Gegen Mittag kamen wir jedenfalls gesund und mehr oder weniger munter an der Ostküste an.

Auch wenn das Wetter ein wenig bewölkt war, so war es doch wahnsinnig angenehm, am Meer spazieren zu gehen und die frische Luft zu genießen. Unter anderem Stand eine Besichtigung einer buddhistischen Tempelanlage auf dem Programm, welche hier weit verbreitet sind.

Anschließend war es mal wieder Zeit, um eine Kleinigkeit zu Essen und da ich mittlerweile eine Faible fur koreanisches Essen entwickelt habe gabs auch diesmal wieder etwas typisch koreanisches; Meerestiere. Wo sonst bekommt man frischen Fisch, wenn nicht am Meer. Und dieses Mittagessen war wirklich… frisch :-) (folgendes Bild Bitte in Bewegung vorstellen).

Sofern ich das korrekt einschätze handelte es sich um zwei Kalmare und eine Scholle, dazu gabs dann noch sowas (an die Botaniker unter euch, was hab ich gegessen? Sieht irgendwie nach einer Seegurke/Seeschwamm aus):

Was es auch war, es war jedenfalls äußerst delikat, auch wenn es vielleicht nicht unbedingt den Anschein hat. Zubereitet wurde das ganze… eigentlich nicht. Eher bearbeitet.

Zum Nahrungsverzehr bereit sah das Ganze dann so aus:

und ja, es war wirklich gut. Mag für viele vielleicht eklig aussehen, aber man muss es vorher probieren um später sagen zu können, dass es nicht gut schmeckt.

Danach ging’s zum eigentlichen Ziel, dem Seoraksan National Park. Viel gibt’s grundsätzlich nicht zu erzählen, wir sind viel herumspaziert und haben auch einen kleinen Gipfel (~800m) sozusagen erklommen. Auf jeden Fall wars irrsinnig entspannend, wieder einmal Berge, Grünes und frische Luft zu genießen.

Am nächsten Tag brachen wir nochmals auf um eine weitere Tempelanlage zu besuchen. Die Rückfahrt nach Seoul dauerte ca. 6 Stunden, da die Region an der Ostküste sehr beliebt ist und somit alle zur selben Zeit nach Hause wollten.

Alles in allem ein sehr erholsames und sehenswertes Wochenende. Nächste Woche starten die ersten Mid-Term Exams, somit werden die nächsten Tage nicht sonderlich ereignisreich werden.

Dienstag, 25. September 2007

Ja doch, ich lebe noch

Nur keine Sorge, ich weile noch unter den Lebenden. Im Moment fehlt mir nur ein wenig die Motivation, den Blog regelmäßig zu aktualisieren. Was gibt es also erwähnenswertes zu erzählen? Grundsätzlich nicht viel, das Unileben nimmt seinen gewohnten Lauf, letzte Woche standen die ersten beiden Prüfungen in „Business Workshop“ und „Financial Management“ an.

Um einen gewissen Ausgleich zum harten Lernalltag zu genießen besuchten wir letzten Freitag das „Everland“, gemessen an der Besucheranzahl der sechst größte Vergnügungspark der Welt.

Das Angebot ist groß, jedoch trotzdem überschaubar und in einem halben Tag locker zu nehmen, sofern sich die Warteschlangen vor Achterbahn, Wildwasserfahrt & Safaritour in Grenzen halten. Ein Prädikat verdient Everland auf jeden Fall sicher: Kitschig. sämtliche Mitarbeiter werden in lächerlich wirkende Kostüme gesteckt und haben unter anderem den Auftrag, den ganzen Tag zu winken und lustige Sätze wie: „Happ-y Halloween – Holy Holy“ von sich zu geben.

Abends ging’s wiedermal nach Seoul um im "JJs" (Bar im Hyatt) den restlichen Abend zu genießen. Und wie es der Zufall so will kamen mir 6 Kärntner unter, welche bei einer österreichischen Firma arbeiten, die Halbleiter für Samsung produziert. Der Zweck des Aufenthaltes war somit geschäftlich. Um den Zustand der Herren zu beschreiben; sie wurden dem kärntner’schen Leitmotiv „Los lei lafen, is lei Wossa“ in jeder Hinsicht gerecht, denn wer würde sich sonst trauen, Dj Oetzis „Mein Stern“ a cappella zu performen? Da ich natürlich anpassungsfähig bin wurde die österreichische Zusammenkunft bis spät in die Nacht feucht-fröhlich zelebriert.

Fortgehtechnisch stand dieses Wochenende noch das „m2“ am Programm, ein mittelgroßer Nightclub, vorzugsweise wird House & Trance gespielt.

Das war es dann auch schon wieder von meiner Seite, nächstes Wochenende geht’s an die Ostküste um ein wenig zu wandern, im Meer zu baden und endlich wieder Natur zu genießen. Wird mir sicher gut tun. Euch allen eine schöne Woche.