Sonntag, 30. September 2007

Ein entspannendes Wochenende

Wie bereits letzte Woche angekündigt habe ich mich letztes Wochenende an die Ostküste begeben um dort ein wenig Abstand vom ewigen Smog & Lärm der Großstadt zu bekommen.

Samstagmorgen machten wir uns gegen 7:00 auf den Weg Richtung Sokcho, einer Kleinstadt an der Ostküste Koreas mit läppischen 90.000 Einwohnern.
Auf dieser Fahrt machte ich auch die ersten Erfahrungen als aktiver Teilnehmer des koreanischen Straßenverkehrs, ohne welche man jedoch mit einer weitaus höheren Lebenserwartung leben kann.

Das Prinzip ist leicht erklärt: Die Größe des eigenen Fahrzeug + des eigenen Egos multipliziert mit der Lautstärke der Hupe = X Wahrscheinlichkeit, Vorrang zu bekommen, wobei X = oftmals grösser als rot leuchtende Ampeln, denn diese werden eher als … „Richtlinien“ betrachtet.

Ohne also ständig alle Augen und Ohren auf den Verkehr zu richten kommt man nicht weit. Als ob dies noch nicht anstrengend genug wäre, muss man zusätzlich auch noch den richtigen Weg finden, was sich bei Teils 5 Spuren im Stadtverkehr von Seoul als nicht gerade einfach erweist.

Vermutlich sind sämtliche Verkehrsteilnehmer nicht ganz so undiszipliniert wie z.B. in Bangkok, jedoch kein Vergleich zur europäischen Art von Fortbewegung. Was man hier jedenfalls nicht sieht sind Radfahrer. Das würde dann doch eher einem Selbstmordkommando gleichen. Gegen Mittag kamen wir jedenfalls gesund und mehr oder weniger munter an der Ostküste an.

Auch wenn das Wetter ein wenig bewölkt war, so war es doch wahnsinnig angenehm, am Meer spazieren zu gehen und die frische Luft zu genießen. Unter anderem Stand eine Besichtigung einer buddhistischen Tempelanlage auf dem Programm, welche hier weit verbreitet sind.

Anschließend war es mal wieder Zeit, um eine Kleinigkeit zu Essen und da ich mittlerweile eine Faible fur koreanisches Essen entwickelt habe gabs auch diesmal wieder etwas typisch koreanisches; Meerestiere. Wo sonst bekommt man frischen Fisch, wenn nicht am Meer. Und dieses Mittagessen war wirklich… frisch :-) (folgendes Bild Bitte in Bewegung vorstellen).

Sofern ich das korrekt einschätze handelte es sich um zwei Kalmare und eine Scholle, dazu gabs dann noch sowas (an die Botaniker unter euch, was hab ich gegessen? Sieht irgendwie nach einer Seegurke/Seeschwamm aus):

Was es auch war, es war jedenfalls äußerst delikat, auch wenn es vielleicht nicht unbedingt den Anschein hat. Zubereitet wurde das ganze… eigentlich nicht. Eher bearbeitet.

Zum Nahrungsverzehr bereit sah das Ganze dann so aus:

und ja, es war wirklich gut. Mag für viele vielleicht eklig aussehen, aber man muss es vorher probieren um später sagen zu können, dass es nicht gut schmeckt.

Danach ging’s zum eigentlichen Ziel, dem Seoraksan National Park. Viel gibt’s grundsätzlich nicht zu erzählen, wir sind viel herumspaziert und haben auch einen kleinen Gipfel (~800m) sozusagen erklommen. Auf jeden Fall wars irrsinnig entspannend, wieder einmal Berge, Grünes und frische Luft zu genießen.

Am nächsten Tag brachen wir nochmals auf um eine weitere Tempelanlage zu besuchen. Die Rückfahrt nach Seoul dauerte ca. 6 Stunden, da die Region an der Ostküste sehr beliebt ist und somit alle zur selben Zeit nach Hause wollten.

Alles in allem ein sehr erholsames und sehenswertes Wochenende. Nächste Woche starten die ersten Mid-Term Exams, somit werden die nächsten Tage nicht sonderlich ereignisreich werden.

Dienstag, 25. September 2007

Ja doch, ich lebe noch

Nur keine Sorge, ich weile noch unter den Lebenden. Im Moment fehlt mir nur ein wenig die Motivation, den Blog regelmäßig zu aktualisieren. Was gibt es also erwähnenswertes zu erzählen? Grundsätzlich nicht viel, das Unileben nimmt seinen gewohnten Lauf, letzte Woche standen die ersten beiden Prüfungen in „Business Workshop“ und „Financial Management“ an.

Um einen gewissen Ausgleich zum harten Lernalltag zu genießen besuchten wir letzten Freitag das „Everland“, gemessen an der Besucheranzahl der sechst größte Vergnügungspark der Welt.

Das Angebot ist groß, jedoch trotzdem überschaubar und in einem halben Tag locker zu nehmen, sofern sich die Warteschlangen vor Achterbahn, Wildwasserfahrt & Safaritour in Grenzen halten. Ein Prädikat verdient Everland auf jeden Fall sicher: Kitschig. sämtliche Mitarbeiter werden in lächerlich wirkende Kostüme gesteckt und haben unter anderem den Auftrag, den ganzen Tag zu winken und lustige Sätze wie: „Happ-y Halloween – Holy Holy“ von sich zu geben.

Abends ging’s wiedermal nach Seoul um im "JJs" (Bar im Hyatt) den restlichen Abend zu genießen. Und wie es der Zufall so will kamen mir 6 Kärntner unter, welche bei einer österreichischen Firma arbeiten, die Halbleiter für Samsung produziert. Der Zweck des Aufenthaltes war somit geschäftlich. Um den Zustand der Herren zu beschreiben; sie wurden dem kärntner’schen Leitmotiv „Los lei lafen, is lei Wossa“ in jeder Hinsicht gerecht, denn wer würde sich sonst trauen, Dj Oetzis „Mein Stern“ a cappella zu performen? Da ich natürlich anpassungsfähig bin wurde die österreichische Zusammenkunft bis spät in die Nacht feucht-fröhlich zelebriert.

Fortgehtechnisch stand dieses Wochenende noch das „m2“ am Programm, ein mittelgroßer Nightclub, vorzugsweise wird House & Trance gespielt.

Das war es dann auch schon wieder von meiner Seite, nächstes Wochenende geht’s an die Ostküste um ein wenig zu wandern, im Meer zu baden und endlich wieder Natur zu genießen. Wird mir sicher gut tun. Euch allen eine schöne Woche.

Montag, 17. September 2007

WTF?

Ich wollte doch nur verdammte cookies kaufen...

und nicht einen Haufen Verpackung mit ein wenig Inhalt. Teilweise sind die Sachen hier wirklich doppelt und dreifach in Plastik verpackt, das ist A) nicht nur ärgerlich, weil man alles 3mal aufreissen muss, um an Nahrung zu kommen, sondern auch B) Betrug im eigentlichen Sinne, da sich immer weniger des tatsächlich Gekauften in der Verpackung befindet, als es von außen den Anschein hat und C) abgesehen davon jede Menge Müll produziert wird.

Sonntag, 9. September 2007

Noch keine Ermüdungserscheinungen!

Liebe Blogleser-Gemeinde! Nach längerem Warten darf ich euch heute wieder mit einem Eintrag begrüßen; Grund der längeren Pause ist schlicht und einfach ein Mangel an Zeit. Nichtsdestotrotz versuche ich so viel wie möglich in jeden einzelnen Beitrag zu packen, wobei natürlich nicht alles Erwähnung finden kann.

Um unserer kulturelles Wissen rund um Korea etwas aufzubessern stand letzten Samstag ein von der Universität organisierter Ausflug nach Seoul auf dem Programm. Erstes Ziel an diesem regnerischen Tag war der "Gyeongbokgung"-Palast welcher 1395 errichtet, 1592 von den Japanern zerstört und 1868 wiederaufgebaut wurde. Das gesamte Gelände umfasst rund 410.000 Quadratmeter auf welchem sich 330 Gebäude mit insgesamt 5792 Räumen befanden. Da der Palast im Jahre 1911 abermals von den Japanern fast vollständig abgerissen wurde ist er bis heute noch nicht vollständig rekonstruiert. Das gesamte Areal befindet sich am nördlichen Stadtrand von Seoul.

Nach eineinhalbstündiger Besichtigung gings weiter zur "Coex Mall"; dem größten Shoppingcenter in Seoul, welches sich unterirdisch im Bereich des "World Trade Center Seoul" über eine Fläche von 85.000 Quadratmetern erstreckt.

Im Vergleich zur SCS in Wien-Vösendorf (160.000 m²) ist die Größe jedoch sehr überschaulich. Innen gibts es neben zahlreichen Geschäften ein Kino, des Weiteren ein riesen Aquarium sowie eine game area von Microsoft.

Da man in Seoul eigentlich ständig im Stau steht verging die Zeit sehr schnell, weshalb als letzter Programmpunkt die Besichtigung des "National Museum of Korea" auf der Tagesliste stand. Ich könnte jetzt stundenlang über die verschiedenen feinen Unterschiede der geschätzten 3000 ausgestellten Vasen philosophieren oder ein Statement zu marginalen Farbdifferenzen der hier präsentierten Steine abgeben aber Mal im Ernst; selten habe ich mich so sehr gelangweilt wie in diesem Museum.

Architektonisch sowohl innen als auch außen ein sehenswertes Gebäude, jedoch gestaltet sich die Aufmachung als äußerst lieblos, so wie man es von Museen welche hauptsächlich das Paläolithikum behandeln gewohnt ist. Einzig interessanter Punkt war ein kurzer Überblick über die Entstehung der koreanischen Schrift, interessanter wurde es danach jedenfalls nicht mehr. Kurzzeitig kam mir die Idee, dass unter Umständen eine Führung oder zumindest ein Audiguide den Besuch informativer gestalten würden, angesichts der Ausstellung von Bildern in der "Fine Art Gallery" wurde der Gedanke jedoch schnell wieder verworfen. Man mag mich gerne als Kunstbanause titulieren, ich bevorzugte einen Aufenthalt in angrenzender Cafeteria. Zum ersten Mal seit meiner Ankunft in Korea bekam ich die Möglichkeit wieder einmal grünen Salat zu essen, allerdings war der Geschmack des süßen Kiwi-Dressing sehr gewöhnungsbedürftig. Überhaupt hat sämtliches Essen hier einen süßen Touch, es gibt nur Süßkartoffel und selbst in den meisten scharfen Saucen ist oft Honig enthalten.

Da man am Campusgelände selbst nicht sehr viel unternehmen kann und alleine einen Film zu schauen herzhaft wenig Spaß macht (By the way; Die Internetverbindung hier gibt teils bis zu 15 mbit her, neues Material ist also schnell besorgt) entschlossen wir (2 x Österreich, 1 x Deutschland, 3 x Korea) uns letzten Dienstag dazu, ins Kino zu gehen. Da die letzte Vorstellung von "Mr. Brooks" erst um 00:30 begann konnten wir vorher noch eine Kleinigkeit essen gehen, frittiertes Huhn bekommt man hier in fast jedem Restaurant. Da mir nach dem Essen nach einer kleinen Nachspeise zumute war und ich es nicht auslassen konnte vor unseren koreanischen Studienkollegen über meine Vorliebe für scharfes Essen zu berichten gabs anschließend so genanntes "Ddeokbokki", welches hier an jeder Ecke verkauft wird.


Ddeokbokki ist eine Art Reiskuchen in mundgerecht großen Stücken, das ganze wird in einem Schälchen mit einer Chili-Sauce serviert. Der Spaß daran: Der Schärfegrad der Sauce variiert von Stand zu Stand. Da wir natürlich den Vorteil von koreanischem Insiderwissen genossen wurde aus der ursprünglichen Intention schnell eine Wette. Da ich ein "I bet, you can't stand that" nicht so einfach im Raum stehen lassen konnte machten wir uns also auf, um unsere Geschmacksknospen zu betäuben. Und ja, es war verflucht scharf. Jedoch wurde die ganze Schüssel restlos geleert, sogar der Rest der Sauce wurde kurzerhand getrunken. Meinen Herausforderer hatte es allerdings noch härter erwischt als mich, sein schweißnasses Gesicht sprach 30 Minuten für ihn, bis er wieder Worte fand. Später fiel mir dazu passender Spruch ein: "Richtig scharf ist es erst dann, wenn man es am nächsten Tag noch spürt!" Ich habs gespürt...

Der Film war jedenfalls äußerst sehenswert, in koreanischen Kinos werden sämtliche Lautsprecher jedoch bis zum Anschlag aufgedreht was teilweise richtig schmerzhaft ist. Von allzu actionreichen Filmen würde ich in Korea stark abraten da ansonsten die Gefahr eines Hörsturzes keine Unerhebliche ist.

Zurück zu meiner Lieblingsbeschäftigung hier; essen. Der "Ajou-Friends-Club" (Ein Club der gemeinsame Aktivitäten für Exchangees und Koreaner plant) hat letzten Donnerstag ein "Korean Cooking" organisiert. Zubereitet wurde neben dem bereits bekannten Ddeokbokki auch "Gimbap" (eines meiner Lieblingssnacks hier) sowie eine Art "Kimchi"-Palatschinke. Letzteres schmeckte nach... naja lassen wir das lieber. Man kann sichs ungefähr vorstellen. Für den ersten Versuch gelang mein Gimbap jedoch nicht schlecht.

Neben den kulturellen Unterschieden gibt es allerdings auch Dinge, die anscheinend in jedem Land gleich sind; Trinkspiele. Kein Abend an dem nicht weniger als 4 Leute gemeinsam Fortgehen vergeht hier ohne des Konsums von purem oder mit Zitrone versetztem Soju. Dieser so genannte "Lemonsoju" ist jedoch äußerst delikat, vorallem aber nicht ganz so stark und somit gut für das "Game of Death" oder andere Späße geeignet.

Und noch was zum Thema Essen (Nein, ich habe noch nicht 5 Kilo zugenommen seitdem ich hier bin): Da ich beim Flug von Dubai nach Seoul eine äußert nette koreanische Sitznachbarin hatte, welche als General Manager bei Hanjin arbeitet und ich anscheinend keinen allzu schlechten Eindruck erweckte bin ich gestern Abend nach Seoul zum Dinner eingeladen worden. Das Essen war einfach... wow. Spitze. Ähnlich wie bei unserem Ersten Besuch eines typisch koreanischen Restaurants wurde alles in kleinen Schälchen serviert (Reis, Knoblauch, Zwiebel, äußert delikater Salat, Kürbis-Kartoffelpüree, weißes Kimchi, rotes Kimchi, Erdnüsse in Sojasauce, Chilischoten, Karotten, etc. etc.), mit dem Unterschied dass dieses Restaurant vom Ambiente, Geschmack des Essens und natürlich auch vom Preis her eher im High-Class Bereich angesiedelt war. Das Fleisch wird hier roh serviert und mithilfe des in der Mitte des Tisches angebrachten Grills selbst gebraten. Sobald eine der kleinen Schälchen leer ist wird sofort nachserviert. Somit kann essen soviel man will und das hab ich auf jeden Fall getan. Selten so gut gegessen.

Nach dem hervorragendem Essen und einem kurzen Verdauungsspaziergang durch ein Nachtviertel von Seoul gabs ein weiteres Highlight: Von der Terrasse des "Hyatt Hotel", welches am Berg "Namsan" steht, hat man bei Nacht einen fantastischen Blick auf ganz Seoul. Im untersten Stock befindet sich eine große Lounge, welche rund 5 verschiedene Bars beherbergt. Eine exzellente Liveband rundete einen netten Abend ab. Da die Busse bis 1 Uhr morgen zurück nach Suwon fahren hat man also auch kein Problem, wieder nach Hause zu kommen. Heute steht noch die Erledigung von diversen Sachen für die Uni auf dem Terminplan wobei mir ehrlich gesagt ein wenig die Motivation fehlt. Aber was solls, in rund 3 Monaten ist schon wieder Semesterende hier. Hoffentlich vergeht nur die Lernzeit schnell.