Sonntag, 4. November 2007

Mid Term Exams

Darüber gibt es eigentlich nicht viel Außergewöhnliches zu berichten. Vor zweieinhalb Wochen war es Zeit, die ersten Prüfungen zu schreiben, die so genannten Mid-Term Exams. Hierbei absolviert man je eine Prüfung (die Erste von Zweien pro Semester) pro Fach innerhalb von 1-2 Wochen.

Die Schwierigkeit der Prüfungen ist dabei sehr relativ. Im Endeffekt hängt sehr viel von der Fragestellung ab. Grundsätzlich wird Multiple-Choice seitens der Professoren bevorzugt, jedoch stellt sich das Ganze als Single-Choice heraus, da immer nur eine von fünf möglichen Antworten richtig ist. Grundsätzlich gilt es, 100 Punkte zu erreichen. Meist sind 60% der Punkte Mittels Multiple-Choice und die restlichen 40% mit der Beantwortung von Essay-Questions, somit offenen Fragen zu erreichen.

Manche Professoren ziehen Punkte für „wild guesses“ Punkte ab, das heißt dass man bei zufälligem Raten auch Minuspunkte bekommen kann.

Ergebnismäßig bin ich ganz zufrieden, mein Fokus dieses Auslandssemesters liegt schließlich weiterhin nicht darauf nur A+ zu schreiben sondern ein möglichst großes Interkulturelles Verständnis zur asiatischen/koreanischen Kultur aufzubauen.

Eine interessante Situation hat sich in dem Fach „Business Workshop“ ereignet. Aufgabenstellung war eine fiktive Verhandlungssituation zwischen zwei Firmen, welche beide einen gewissen Bestand an Orangen einer seltenen Sorte zu Forschungszwecken kaufen wollten. Je 2 Personen bildeten ein Team, meist 2 Europäer bzw. 2 Koreaner. Jedes Team hatte ein Limit, was es bereit wäre zu bezahlen. Beide Teams brauchten die Orangen um seltene Krankheiten zu heilen. Bei richtigem Verhandeln gab es eine Win-Win-Situation, dazu später.

Der eigentlich spannende Teil waren die „Verhandlungen“. Wir hatten 10 Minuten Zeit, um die Situation zu klären. Erster Gedanke: Zeitdruck. Somit wurde die Verhandlung on unserer Seite mit dem eigentlichen Ziel gestartet, die Frage, wie viel der Andere bereit wäre, zu zahlen (Dies wurde im Nachhinein als äußerst unhöflich bemängelt). Kein großes Gerede eben. Mein koreanisches weibliches Gegenüber hingegen startete die Diskussion mit dem üblichen Smalltalk. How are you? What’s your name? Etc. etc. etc.


Wir sind es anders gewohnt – nämlich daran, ohne großes Gerede zum Punkt zu kommen. Für Asiaten wiederum ist es wichtig, zuerst lange Smalltalk zu führen, bevor es ums eigentliche Geschäft geht. Dies wird von uns als zehrend und langweilig gesehen, für sie wiederum ist es unhöflich und ungewohnt, Dinge sofort anzusprechen. Asiaten entscheiden auch eher aus dem Bauch heraus, als rational über eine Sache nachzudenken. Auf jeden Fall war es sehr interessant, die Gedankengänge nachvollziehen zu koennen.

Die Verhandlung verlief im Endeffekt auf die Tatsache hinaus, dass die eine Gruppe den Saft der Orange, die andere nur die Schalen benötigte. Eine typische Win-Win-Situation die ohne der richtigen Verhandlungsbasis nicht erreicht wird (Wir haben es dann doch geschafft, jeder bekam das Erwuenschte).

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