Montag, 12. November 2007

Eine Frechheit....

Hier eine goldene Faustregel für alldiejenigen unter euch, die es irgendwann über kurz oder lang nach Korea zieht (Gilt vermutlich ebenfalls für andere asiatische Länder): Wenn auf diversen Märkten eingekauft wird; kauft NIRGENDWO sobald kein Preis deklariert ist. Denn sonst zieht man euch gnadenlos über den Tisch.

So geschehen in Seoul, Dongdaemun Market. Da sich hier die Möglichkeit bietet ein paar Weihnachtsgeschenke zu kaufen (ich muss vordenken, der Versand dauert schließlich) kaufte ich eben ein paar Dinge zusammen, grundsätzlich ohne Plan was eigentlich für wen ist, das wird dann später entschieden. Unter anderem war auch ein normaler (natürlich gefälschter) Schal das Objekt meiner Begierde.

Lustiger weise war eine Koreanerin gerade dabei, denselben Schal zu kaufen, als ich mich dem Marktstand näherte (Man muss dazu sagen dass ich mich fast anpirschte, denn dieses Stück Stoff passte perfekt in mein Beuteschema!). Aus sicherer Distanz beobachtete ich den Verkaufsvorgang. Sie bot dem ~25 Jahre alten Geschäftsmann anfänglich 10.000 Won (rund 7,50 EUR), nach kurzer Verhandlung wurde für 11.000 Won getauscht.

Das vermeintliche Schnäppchen im Fokus entwarf ich meine Strategie. Wo mag die Verhandlungsbasis liegen? 15.000 Won? Dann werde ich am Ende wohl um die 12.000 bis 13.000 berappen müssen. Selbstbewusst trat ich also vor, nach ein paar prüfenden Blicke auf das Zielobjekt also die Frage aller Fragen: „How much is it?“ Und was antwortet mir der Clown? 25.000 Won!!!!

Fünfundzwanzigtausend??? Verdammte 127% Aufschlag? Ha, eine Frechheit. Nicht mal mit sich handeln ließ er. Wahrlich, Touristenfreundlich sind sie manchmal nicht. Also, nichts kaufen sofern kein Preisschild davor steht, oder am Besten einen Koreaner mitnehmen. Der bekommt dann auch den Asiatenrabatt.

Donnerstag, 8. November 2007

Besichtigung der Grenze zu Nordkorea

Wie versprochen wird nun der Bericht zu meiner Besichtigungstour zur nordkoreanischen Grenze nachgeliefert. Ergänzend werde ich ebenfalls ein paar geschichtliche Hintergründe mit einbauen, da dies wesentlich zum Verständnis des Konfliktes beiträgt.

Da dies kein offizieller Ausflug war mussten wir die Planung selbst vornehmen, dies war allerdings kein Problem da die Buchung über ein Reisebüro in Seoul erfolgte. Einziger Haken an der Sache war dass wir schon um 10 dort sein mussten und somit um 8 den Bus von Suwon nach Seoul nahmen. Das hieß; aufstehen um 7. Wär ja normalerweise auch nicht so schlimm, wäre nicht am Vortag der International Day gewesen.

Allzu spät bin ich nicht ins Bett gekommen, jedoch waren ein paar Schweden wie berichtet in desaströser Verfassung. Trotzdem kamen sie mit, da man sich diese einmalige Gelegenheit nicht entgehen lassen sollte.

Der ganze Trip war von Beginn an von diversen Bestimmungen und einem genau festgelegten Procedere gekennzeichnet. Wie bereits erwähnt muss man sich über eine offizielle Agentur anmelden, um Erlaubnis zu bekommen, dem Ausflug beizuwohnen. Dazu wird eine Kopie des Reisepasses benötigt, jeder Besucher wird registriert. Nicht jedem ist es erlaubt, die Grenze zu besichtigen. Staatsbürgern aus Afghanistan, China, Russland, Taiwan, Hong Kong, Kuba, Iran, Irak, Libyen, Nordkorea, Pakistan, Sudan und Syrien ist der Besuch nicht gestattet. Der Genehmigungsprozess für Staatsbürger aus der Republik Korea kann bis zu einem Jahr andauern, sie werden durch eine gesonderte Tour geführt.

Ausgestattet mit unserer koreanischen Reiseleiterin ging es nach Bezahlung (moderate 50 EUR pro Person) also los. Auf dem Weg dorthin gab es erstmals eine kleine Einführung wie die heutige Situation eigentlich zustande kam. Diese möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten.

Korea (Also das heutige Nord- und Suedkorea) ist 1910 von Japan annektiert worden. Speziell während des zweiten Weltkrieges wurde das Land von den Japanern skrupellos ausgebeutet, dadurch ist das Verhältnis zu Japan auch heute noch teilweise gespalten. Nach Kriegsende wurde Korea schließlich geteilt, das Gebiet nördlich des 38. Breitengrades wurde unter sowjetische Verwaltung, das südliche unter US-amerikanische Verwaltung gestellt. Ursprünglich war geplant, Korea als eigenständigen Staat zu etablieren, dieses Vorhaben wurde jedoch mit Beginn des kalten Krieges wieder eingestellt. Der 38. Breitengrad wurde also zur vorläufigen Grenze, der so genannten Demarkationslinie ernannt.

Die USA führten am 10. Mai 1948 unter Aufsicht der UNO Wahlen durch, mangels Kooperation der Sowjetunion aber nur im Süden. Am 15. August 1948 wurde die Republik Korea ausgerufen. Als Reaktion proklamierte der von den Sowjets geförderte ehemalige Partisanenführer Kim Il-sung am 9. September die Demokratische Volksrepublik Korea. Die sowjetischen und amerikanischen Truppen verließen 1949 das Land.

Sowohl die Demokratische Volksrepublik Korea als auch die Republik Korea sahen sich als Vertretung des ganzen Landes und wollten es unter dem jeweils eigenen System vereinigen. Beide Seiten suchten die Eskalation, und so kam es bereits vor dem Krieg immer öfter zu Konflikten an der Demarkationslinie. Heute beschuldigt man sich gegenseitig, den Krieg begonnen zu haben.

Anfang 1949 versuchte Kim Il-sung Stalin zu überzeugen, dass die Zeit für eine konventionelle Invasion des Südens gekommen sei. Stalin lehnte jedoch ab, da die nordkoreanischen Truppen noch recht schlecht ausgebildet waren und er die Einmischung der USA fürchtete. Im Laufe des Jahres wurde die nordkoreanische Armee zu einer offensiven Organisation nach dem Vorbild der Sowjetarmee geformt und mit Waffen aus der Sowjetunion ausgerüstet. 1950 war Nordkorea dem Süden in jeder Waffengattung deutlich überlegen.

Am 25. Juni 1950 überschritten die Truppen der Nordkoreanischen Volksarmee nach mehrfachen Grenzverletzungen seitens Südkoreas die Grenze.

US-Präsident Harry S. Truman hatte bereits, ohne Einwilligung der UNO, Besatzungstruppen aus Japan nach Südkorea verlegt. Die gut gerüsteten Nordkoreaner zwangen die südkoreanischen Truppen zum Rückzug. Seoul wurde am 29. Juni erobert, und im September 1950 kontrollierten sie das ganze Land bis auf ein kleines Gebiet im Südosten um Busan. Mit der Versorgung und der Luftunterstützung der USA konnten die Südkoreaner ihre Lage stabilisieren.

Anscheinend wir auch im Süden eine Form der Zensur betrieben, denn das folgende Bild wurde bei einer kurzen Präsentation vor Ort einfach dezent übersprungen.

Nachdem der Nachschub gesichert und US-Soldaten an der Westküste gelandet waren, wurde die nordkoreanische Armee weit in den Norden zurück gedrängt. Der Angriff wurde mit Unterstützung südkoreanischer Verbände bis Pjöngjang vorangetrieben. Ziel war nunmehr die Wiedervereinigung Koreas. Die Chinesen jedoch wollten ein vereinigtes Korea unter amerikanischem Einfluss nicht dulden und griffen mit einer zunächst 300.000 Soldaten umfassenden „Freiwilligenarmee” in Nordkorea ein, nachdem die alliierten Truppen die Grenze erreicht hatten. China war darauf bedacht, eine offizielle Einbeziehung zu vermeiden, wodurch der Charakter eines Stellvertreterkrieges verstärkt wurde. Am 1. Januar 1951 begannen 400.000 chinesische und 100.000 nordkoreanische Soldaten eine Offensive, der die 200.000 Soldaten der UN-Streitkräfte nicht standhalten konnten.

Mit den US-Streitkräften flohen viele Zivilisten daraufhin in den Süden. Am 26. November begann die Schlacht um das Chosin-Reservoir, zugleich wurde von der nordkoreanischen Hafenstadt Hŭngnam aus unter dem Schutz der US-Flotte eine amphibische Rückzugsoperation durchgeführt. Am 3. Januar wurde Seoul geräumt und in der Folge eine Verteidigungslinie zwischen dem Gelben Meer und dem Japanischen Meer gebildet.

Erst im März 1951 wurde die Stadt wieder von UN-Truppen besetzt, ein Großteil der Einwohner wurde von den Kommunisten verschleppt oder bei Widerstand ermordet. Die UN-Einheiten rückten wieder bis etwas über den 38. Breitengrad vor, der Krieg erstarrte hier in einem Stellungskrieg. Am 11. April 1951 wurde General MacArthur von Truman entlassen und durch General Matthew Ridgway ersetzt, da MacArthur eigenmächtig eine Ausweitung des Krieges auf China und den Einsatz von Atombomben gegen chinesische Städte gefordert hatte.

Nach weiteren verlustreichen Kämpfen und zähen Verhandlungen wurde am 27. Juli 1953 in Panmunjeom ein Waffenstillstandsabkommen zwischen der UNO und Nordkorea abgeschlossen. Es bestätigte im Wesentlichen den 38. Breitengrad als Grenze zwischen Nord- und Südkorea.

Der Krieg forderte unter der Zivilbevölkerung nach Schätzungen fast 3 Millionen Menschenleben. Circa 36.000 amerikanische, 600.000 koreanische und 673.800 chinesische Soldaten fielen in den Kämpfen. Zu Beginn der Waffenstillstandsverhandlungen waren neben den großen Infrastrukturanlagen wie Stauseen 18 der 22 größten nordkoreanischen Städte wenigstens zur Hälfte dem Erdboden gleich gemacht worden.

So entstand die Grenze zwischen dem heutigen Nord- und Suedkorea.

Man kann sich das ganze jedoch nicht als Grenze vorstellen, so wie wir das gewohnt sind. Auf einer Länge von 248 und einer Breite von 4 Kilometern teilt die DMZ, die demilitarisierte Zone das Land. In ihrer Mitte verläuft die Militärische Demarkationslinie (MDL), de facto die Grenze zwischen beiden koreanischen Staaten. Das Betreten der DMZ ohne Genehmigung der Waffenstillstandskommission ist beiden Seiten grundsätzlich untersagt.

Angesichts der Tatsache, dass beide koreanische Staaten sich noch heute formell im Kriegszustand befinden, kam es in der DMZ bislang nur zu wenigen direkten Konflikten. Neben einer Reihe von Überläufen von beiden Seiten war ein Streit im Jahr 1976 über das Fällen eines Baums an der MDL, in dessen Verlauf zwei US-amerikanische Soldaten von Nordkoreanern getötet wurden, der einzige ernsthafte Zwischenfall. Im Zeitraum von 1974 bis 1990 wurden insgesamt vier Tunnel gefunden, die vom Norden aus unter der DMZ in den Süden gegraben wurden, um im Kriegsfall Militäreinheiten unbehelligt durch die DMZ zu transportieren. Es wird vermutet, dass es weitere, noch nicht entdeckte Tunnel gibt. Die gefundenen Tunnel sind groß genug, um selbst Panzer nach Suedkorea zu transportieren.

Heutzutage wird die Grenze von beiden Seiten von rund einer Million Soldaten bewacht. Auf südkoreanischer Seite sind immer noch rund 30.000 amerikanische Soldaten stationiert. Innerhalb der DMZ hat sich ein Rückzugsgebiet für Tiere entwickelt, die dort ungestört leben können. Der einzig mögliche Punkt um die Grenze zu überschreiten wird besonders streng überwacht. Dieser befindet sich in Panmunjeom, von den Amerikanern offiziell auch Joint Security Area (JSA) genannt.

Diese militärische Siedlung ist seit dem Waffenstillstandsabkommen das Hauptquartier der Military Armistice Commission (MAC), die die Einhaltung des Waffenstillstands überwacht.

Zunächst jedoch näherte sich unsere Gruppe der Grenze nur Schrittweise. Von einem Aussichtsturm aus, welcher auf einer Anhöhe steht und ein kleines Museum beinhaltet hatten wir das erste Mal die Möglichkeit, einen Blick nach Nordkorea aus der Ferne zu werfen.

Im Museum gab es verschiedene nordkoreanische Produkte sowie ein typisch nordkoreanisches Wohn- bzw. Klassenzimmer zu besichtigen.

Per Bus ging dann die Reise weiter Richtung Panmunjeom. Die wichtigsten Gebäude in Panmunjeom sind drei blaue Baracken mit je einer Tür auf nordkoreanischer als auch südkoreanischer Seite. Durch ihre Mitte verläuft die militärische Demarkationslinie (MDL). In diesen Hütten fanden Verhandlungen zwischen beiden Parteien statt.

Die mittlere Baracke ist Besucherdelegationen von beiden Seiten abwechselnd zugänglich. Zwei Soldaten des einen Teils von Korea, von dem aus der Raum betreten wird, bewachen dann die Tür zum jeweilig anderen Landesteil. Ansonsten kann man sich in dem kleinen Verhandlungsraum frei bewegen. Offiziell betritt man soagr nordkoreanischen Boden, wenn man den mittleren Tisch umrundet.

Zwischen den Baracken markieren lediglich ein schmaler Betonstreifen und unterschiedlicher Bodengrund die Grenzlinie.

Auf südkoreanischer Seite des Areals befindet sich das Freedom House („Freiheitshaus“). Das ursprüngliche Gebäude war ein 1965 errichteter Aussichtspavillon mit zwei einstöckigen Seitenflügeln. Seit 1998 steht an seiner Stelle ein großer 4-stöckigen Neubau, der Pavillon wurde schräg nach hinten versetzt. Im Freedom House finden offizielle Treffen zwischen Nord- und südkoreanischer Seite statt, die beiden Staaten sowie ihre jeweiligen Rot-Kreuz-Gesellschaften haben hier ihre Liaison Offices (Verbindungsbüros). 130 m südwestlich wurde 1980 provisorisch, 1989 in seiner heutigen Form das House of Peace („Friedenshaus“) errichtet, in dem in der Vergangenheit Familientreffen zwischen Nord- und südkoreanischen Zivilisten stattfanden.

Auf nordkoreanischer Seite wurde 1969 das Panmun-gak gebaut, ein zweistöckiges Gebäude, das als Quartier für nordkoreanische Delegationen und Sicherheitskräfte dient.

Das Gebiet hat insgesamt einen Durchmesser von 800 Metern. Die Überschreitung der Demarkationslinie wird seit einem Zwischenfall am 18. August 1976, bei dem zwei US-amerikanische Soldaten von nordkoreanischen Soldaten getötet wurden, nicht mehr geduldet. In der Nähe Panmunjeoms befindet sich auch die sogenannte Brücke ohne Wiederkehr, über die 1953 Gefangene ausgetauscht wurden. Die Gefangenen, die an dieser Stelle die Grenze überschritten, hatten dadurch ihr Recht auf Rückkehr verwirkt.

Panmunjeom wird von beiden Seiten auch zu Propagandazwecken benutzt. Touristen auf der südkoreanischen Seite bekamen in der Vergangenheit von US-Soldaten, die als Fremdenführer tätig waren, erzählt, die Gebäude auf der nordkoreanischen Seite seinen in Wirklichkeit nur Fassaden. Seit sich Nordkorea dem Tourismus langsam öffnet und auch fast alle Touristen nach Panmunjeon schickt, haben sich diese Behauptungen als nicht haltbar herausgestellt.

Nordkorea hingegen hält die Behauptung aufrecht, Südkorea und die USA hätten eine Mauer auf der kompletten Länge der DMZ errichtet. Die Mauer sei an der Basis ca. 13 Meter breit und zwischen 5 und 8 Meter hoch und mit Schießscharten ausgestattet. Auf der Nordseite falle die Mauer senkrecht ab, dient so auch als Panzersperre, auf der Südseite dagegen sei die Mauer schräg und bewachsen, daher sei die Mauer vom Süden aus praktisch nicht sichtbar. Touristen werden Stücke dieser Mauer vom nordkoreanischen Militär gezeigt. Vermutlich handelt es sich jedoch um vereinzelte Panzersperren, die von Nordkorea zu einer Art zweiter Berliner Mauer hochstilisiert werden um daran die „Verlogenheit des kapitalistischen Systems“ zu demonstrieren.

Darüberhinaus gibt es in der DMZ zwei kleine Dörfer. Daesong-dong („Dorf des großen Erfolgs“) – das amerikanische Militär bevorzugt die Bezeichnung Freedom Village („Freiheitsdorf“) – befindet sich auf der Südseite der MDL. Es ist ein traditionelles Dorf und wird von der südkoreanischen Regierung scharf kontrolliert. Wohnen darf dort nur, wer schon bei Abschluss des Waffenstillstands 1953 dort gewohnt hat oder von einem dieser Einwohner abstammt. Die Bewohner dürfen bei Einbruch der Dunkelheit ihre Häuser nicht mehr verlassen, erhalten aber im Gegenzug eine Reihe von Vergünstigungen; u. a. sind sie vom Militärdienst befreit und müssen auch keine direkten Steuern bezahlen. An der nordkoreanischen Seite befindet sich Kijŏng-dong („Friedensdorf“). Es gilt als „Propagandadorf“, in dem sich hauptsächlich nordkoreanische Soldaten aufhalten sollen. Früher wurde von dort aus nordkoreanische Propaganda über Lautsprecher in südkoreanische Richtung verbreitet.

Nachts werden in manchen Gebäuden Lichter eingeschaltet, aber diese Lichter werden immer zur selben Zeit und in denselben Gebäuden eingeschaltet. Vor dem Dorf konnte man Feldarbeiter sehen. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass dDer höchste Flaggenmast der Welt (160 Meter)in Kijŏng-dong steht. Auf seiner Spitze befindet sich fast 270 Kilogramm schwere nordkoreanische Flagge. Der Mast war ursprünglich nicht so hoch, aber er wurde ausgebaut, nachdem der Flaggenmast in Daeseong-dong über die Höhe seines nordkoreanischen Pendants hinaus erhöht wurde.

Auf jeden Fall ein spannender Ausflug, womöglich der Interessanteste bis jetzt. Souvenirs gab’s natürlich auch.

Sonntag, 4. November 2007

2007 Ajou International Day

Ja, wir haben hier im Moment volles Programm. Am 1. November stand der diesjährige International Day der Ajou University auf dem Programm. Hierbei geht es darum, sein eigenes Land zu präsentieren und auch etwas über andere Länder zu erfahren.

Der beste und einfachste Weg führt wieder mal über den Magen. Jedes der rund 40 hier vertretenen Länder wurde also mit ca. 130 Euro ausgestattet um damit für das jeweilige Land typische Essen & Getränke zu besorgen oder zuzubereiten.

Es gab also Burritos und Corona aus Mexiko, Chili aus den Vereinigten Staaten, Bohnensuppe und Beck‘s aus Preußen, XXXX, Foster‘s und Lammspieße aus Australien, Kebab aus der Türkei, und teilweise Unidentifizierbares aus fernen Ländern, deren Namen mir nicht einfallen. Von Russland gabs klarerweise Vodka.

Welchen Beitrag hat Österreich geleistet? Nun, da wir nur in kleiner Zahl (4 Personen) vertreten sind nahmen alle teil und somit beschlossen wir gemeinsam Wein aus dem „Ösiladen“ in Seoul zu besorgen (10-12 Euro pro Flasche, Kategorie: Kopfweh bei Erstkontakt). Zusätzlich gab es Käse (kein original österreichischer, hat allerdings keiner gemerkt) und Weintrauben sowie hausgemachten Kaiserschmarren.

Wie immer rochen die ortsansässigen Wikinger aus Schweden den billigen Fusel schon auf 3 Kilometer gegen den Wind. Somit fanden wir dankbare Abnehmer für den überteuerten Kopfwehwein. Pech für die trinkfesten Skandinavier, am nächsten Tag Stand ein Ausflug zum Grenzgebiet zu Nordkorea auf dem Programm. Sie machten nicht gerade einen fitten Eindruck. Jedenfalls war dies einer der spannendsten Ausflüge bis jetzt. Den Bericht dazu gibt’s in den nächsten Tagen.

Nationalfeiertagsempfang

Erfreulicherweise sorgt sich Österreich auch im Ausland um das Wohlbefinden seiner Bürger. In mancher Hinsicht. So kam es, dass sämtliche in Korea registrierten Österreicher vom Botschafter zu einem Empfang im Millennium Seoul Hilton geladen wurden. Der eigentliche Ablauf gestaltete sich als unspektakulär, jedoch kamen wir auch nicht um den altbekannten Smalltalk zu führen (wobei dann doch kein Weg daran vorbei fuehrte).

Nein, der eigentliche Grund unseres Kommens war ein anderer, umso wichtigerer Grund; österreichisches Essen! Man kann es sich nicht vorstellen wie fantastisch eine Scheibe Schwarzbrot nach mehrwöchiger Abstinenz schmeckt. Einfach göttlich! Wenn ich diese Zeilen schreibe hab ich schon wieder Appetit auf eine Jause für zwischendurch.

Es gab wirklich alles, was den Österreichergaumen befriedigt. Schweinsbraten, Kartoffelsalat, Apfelstrudel, Wein, Zipferbier, Krapfen, Brezen, Würstel, etc.

Ein fantastisches Mahl und eine willkommene Abwechslung.

Mid Term Exams

Darüber gibt es eigentlich nicht viel Außergewöhnliches zu berichten. Vor zweieinhalb Wochen war es Zeit, die ersten Prüfungen zu schreiben, die so genannten Mid-Term Exams. Hierbei absolviert man je eine Prüfung (die Erste von Zweien pro Semester) pro Fach innerhalb von 1-2 Wochen.

Die Schwierigkeit der Prüfungen ist dabei sehr relativ. Im Endeffekt hängt sehr viel von der Fragestellung ab. Grundsätzlich wird Multiple-Choice seitens der Professoren bevorzugt, jedoch stellt sich das Ganze als Single-Choice heraus, da immer nur eine von fünf möglichen Antworten richtig ist. Grundsätzlich gilt es, 100 Punkte zu erreichen. Meist sind 60% der Punkte Mittels Multiple-Choice und die restlichen 40% mit der Beantwortung von Essay-Questions, somit offenen Fragen zu erreichen.

Manche Professoren ziehen Punkte für „wild guesses“ Punkte ab, das heißt dass man bei zufälligem Raten auch Minuspunkte bekommen kann.

Ergebnismäßig bin ich ganz zufrieden, mein Fokus dieses Auslandssemesters liegt schließlich weiterhin nicht darauf nur A+ zu schreiben sondern ein möglichst großes Interkulturelles Verständnis zur asiatischen/koreanischen Kultur aufzubauen.

Eine interessante Situation hat sich in dem Fach „Business Workshop“ ereignet. Aufgabenstellung war eine fiktive Verhandlungssituation zwischen zwei Firmen, welche beide einen gewissen Bestand an Orangen einer seltenen Sorte zu Forschungszwecken kaufen wollten. Je 2 Personen bildeten ein Team, meist 2 Europäer bzw. 2 Koreaner. Jedes Team hatte ein Limit, was es bereit wäre zu bezahlen. Beide Teams brauchten die Orangen um seltene Krankheiten zu heilen. Bei richtigem Verhandeln gab es eine Win-Win-Situation, dazu später.

Der eigentlich spannende Teil waren die „Verhandlungen“. Wir hatten 10 Minuten Zeit, um die Situation zu klären. Erster Gedanke: Zeitdruck. Somit wurde die Verhandlung on unserer Seite mit dem eigentlichen Ziel gestartet, die Frage, wie viel der Andere bereit wäre, zu zahlen (Dies wurde im Nachhinein als äußerst unhöflich bemängelt). Kein großes Gerede eben. Mein koreanisches weibliches Gegenüber hingegen startete die Diskussion mit dem üblichen Smalltalk. How are you? What’s your name? Etc. etc. etc.


Wir sind es anders gewohnt – nämlich daran, ohne großes Gerede zum Punkt zu kommen. Für Asiaten wiederum ist es wichtig, zuerst lange Smalltalk zu führen, bevor es ums eigentliche Geschäft geht. Dies wird von uns als zehrend und langweilig gesehen, für sie wiederum ist es unhöflich und ungewohnt, Dinge sofort anzusprechen. Asiaten entscheiden auch eher aus dem Bauch heraus, als rational über eine Sache nachzudenken. Auf jeden Fall war es sehr interessant, die Gedankengänge nachvollziehen zu koennen.

Die Verhandlung verlief im Endeffekt auf die Tatsache hinaus, dass die eine Gruppe den Saft der Orange, die andere nur die Schalen benötigte. Eine typische Win-Win-Situation die ohne der richtigen Verhandlungsbasis nicht erreicht wird (Wir haben es dann doch geschafft, jeder bekam das Erwuenschte).

Erfreuliche Nachrichten zu Beginn

Wow…. Ich hab den Blog seit geraumer Zeit nicht mehr upgedatet. Genauer gesagt seit mehr als einem Monat nicht mehr. Die Zeit vergeht im Moment wirklich wahnsinnig schnell, es sind weniger als 6 Wochen bis mein Semester hier in Korea beendet ist.

Da es von vergangenem Monat natürlich auch den einen oder anderen Anlass gibt, der einen Eintrag in den Blog wert ist werde ich versuchen das ganze chronologisch korrekt nachzuliefern.

Zunächst einmal das aktuellste zu Beginn – Ich hab meine Praktikumsstelle und bereits meine Zusage erteilt. Am 7. Jänner 2008 werde ich bei Daimler in der HR-Abteilung mein Praktikum antreten. Nicht irgendwo sondern – in Peking, d.h. ich werde Korea den Rücken kehren und mich aufmachen, um China zu erkunden.

Zu meinen Aufgaben werden u.a. folgende Tätigkeiten gehören:

  • Support des Asia Hub Teams in Beijing (operative HR-Arbeit, day to day business etc.)
  • Direkter Kontakt zu Transferees
  • Unterstützung des Teams bei Erstellung von Präsentationen, Statistiken, etc.
  • Datenpflege in HR-Systemen
  • Unterstützung des monatlichen Gehaltszahlungsprozesses über das Deutsche Bank System
    (hier bin Ich eigenständig für die Zusammenstellung der notwendigen supporting documents zuständig und direkter Ansprechpartner für eventuelle Rückfragen und Klärungsbedarf
    seitens Deutsche Bank bzw. seitens der internen Accounting Partner)
  • Projektarbeit (soweit verfügbar) im Rahmen des International Assignment Managements

Mit Sicherheit erwartet mich ein spannendes Praktikum. Der Vertrag wird die Option beinhalten, das Praktikum mit beidseitigem Einverständnis auf 8 Monate zu verlängern. Somit werde ich vermutlich erst wieder Ende August 2008 nach Österreich zurückkommen.

Am 14.12. gehts nun erstmals nach Thailand, Startpunkt ist Phuket, von dort aus vermutlich nach Koh Phi Phi und andere Inseln. Da ich bereits ab 4. Jänner in das von Daimler bereit gestellte Apartment Hotel einziehen kann werde ich Weihnachten und Neujahr irgendwo zwischen Thailand, Shanghai und Peking verbringen. Zu welchem Zeitpunkt es mich wohin verschlägt ist zum Gegebenen Zeitpunkt noch nicht klar. Wird sich wohl eher kurzfristig entscheiden.