Noch eine Kuriosität am Rande; wer einmal Korea besucht sollte es nicht missen, die "Restroom Tour" mitzumachen. Über einen Bericht darüber wäre ich sehr dankbar ;-) (Das Foto stammt von der Rückseite eines Reisebusses).
- Business Communications II
- Principle of Economics II
- Financial Management
- Business Workshop (Cross-Cultural Management)
- Beginning Korean Language
Pro Kurs hab ich zwei mal 75 min. Unterricht pro Woche, in Summe also 12,5 Stunden, wobei ich frühestens um 10:30 beginne und Freitag - Sonntag Unterrichtsfrei ist. Auf den ersten Blick hört es sich also wie fast nur Freizeit an, allerdings sind koreanische Unterrichtsmethoden sehr stark auf Selbststudium ausgerichtet. Hier wird es als selbstverständlich erachtet, dass man sich vor jeder Unterrichtseinheit in ein Kapitel einliest um somit schon ein gewisses Maß an Vorwissen in den Unterricht mitzubringen.
Der Unterricht selbst gestaltet sich aus Sicht des Professors oftmals als Monolog, Wortmeldungen oder gar Diskussionen sind aus einem einfachen Grund nicht möglich: Da Koreaner wie bereits berichtet ein gewisses Manko in Bezug auf die englische Sprache haben und noch dazu oftmals Probleme damit haben, vor mehreren Leuten zu sprechen ist es selten der Fall, dass jemand eine Frage stellt oder in anderer Weise seinen Beitrag zum Unterricht leistet, selbst wenn er oder sie gezielt angesprochen wird. Die Angst davor, etwas Falsches oder Unverständliches zu sagen ist einfach zu groß.
Aus diesem Grunde nehmen sämtliche Exchange-Studenten im Unterricht selbstverständlich eine Sonderstellung ein, da es alle Professoren sehr gerne sehen wenn jemand seinen persönlichen Beitrag zum Unterricht leistet. Die Englischkenntnisse der Vortragenden sind als ausreichend bis sehr gut zu bezeichnen, Business Communications II wird von einem Engländer unterrichtet, sämtliche restliche Fächer von Koreanern. Das Niveau wird durchaus sehr hoch gelegt, auch wird das hier anscheinend übliche kopieren und gegenseitige abschreiben sehr strikt unterbunden. Die Notenverteilung erfolgt hier nach dem amerikanischen System von A bis F, wobei A einem österreichischem 1er entspricht, B einem 2er, C einem 3er, D einem 4er und F einer 5 (unter 60%). Alle Noten werden dazu noch in + und 0 unterteilt, Also A+, A0, B+, B0 etc. In manchen Fächern werden die Noten nach festen Prozentsätzen vergeben, d.h. dass eine Mindestzahl an Studenten ein A bekommen muss, jedoch auch eine Mindestzahl sicher negativ abschneiden wird.
Üblicherweise, sofern keine Quotenregelung vorhanden ist bewegen sich die Noten zwischen A+ und C0, Ds und Fs werden nur in den seltensten Fällen vergeben, da mit einem D der Kurs zwar als bestanden gilt, im Gegensatz zur österreichischen Mentalität von "Hauptsache über 60% und somit geschafft" diese Note als mittlere Katastrophe geachet wird. Noten spielen hier also eine tragende Rolle wenn es später einmal darum geht, diese vorzeigen zu müssen.
Mitlerweile ist meine Kollegenschaft in diesem Zimmer auf 3 angewachsen, zu meinem chinesischen Roommate haben sich noch 2 Koreaner gesellt. Die beiden sind jedoch selten hier da sie nicht lange brauchen um nach Hause zu fahren und hauptsächlich deshalb am Campus wohnen, um in Ruhe lernen zu können. Trotzdem is es natürlich eine mehr als gewöhnungsbedürftige Lebenssituation, wenn man seine Privatsphäre auf die morgendliche Dusche mit nach Chlor riechendem Wasser beschränken muss.
Auch hier gibt es allerdings Mittel und Wege um sich ein Stückchen Freiheit zurückholen zu können... Und zwar von hier
nach da

Um die Geschichte zu vervollständigen; gestern stand zu Wochenendbeginn natürlich ein ausgereiftes Abendprogramm an, welches u.A. ein Live-Konzert einer koreanischen Progressive-Metal Band beinhaltete. Wer die japanische Band "Dir en grey" kennt hat eine gute Vorstellung, auf welcher Schiene sich dieses Konsortium bewegte (Mir ist durchaus bewusst das keiner diese Band kennt :p). Somit also eine willkommene Abwechlsung zur sonst üblichen Bar- und Clubmusik.
Da heute ab 10.00 AM eine gründliche Desinfektion aller Räumlichkeiten auf dem Programm stand hätte mich mein 2,50 € Wecker (erstanden an einem Marktstand in Seoul, läuft falsch, tickt zu laut) also gegen halb 10 aus meinem wohlverdienten Schlaf geholt. Um dem vorzubeugen haben wir also gegen 4 Uhr morgens kurzerhand beschlossen, ins Hotel auszuziehen. Mit frischer Wäsche und einer Zahnbürste gings ins nächste Taxi, ab ins Hotel "Suwon Castle". Zu unserem Glück haben wir den vermutlich EINZIGEN Taxifahrer in ganz Korea erwischt, der akzeptabel Englisch sprechen konnte und uns aufgrund von geschätzten 100 € für die Übernachtung in ein weitaus günstigeres Hotel verwies.
Dieses so genannte "Hotel Nix" übertraf unsere Erwartungen bei Weitem; für 12€ pro Person im Doppelzimmer wurde uns wahrer Luxus geboten. Badewanne mit Massagedüsen, großes Bett, Fernseher, Klimaanlage, etc. Vorallem war alles sehr sehr sauber, Handtücher und Duschgels waren ebenfalls vorhanden.
Um den Preis bekommt man zu Hause nichts Vergleichbares. Da diese Art von Hotel anscheinend auch hier gerne von... "Pärchen" genutzt wird war im Preis auch ein kleines Welcome-Package inkludiert, welches neben 2 Zahnbürsten und Instant-Kaffee auch Kondome und andere "...Accessoires" beinhaltete. Hier denkt man also mit ;-)
Somit stand also einem langen Ausschlafen bis 3 Uhr nachmittags nichts im Wege, am selben Tag besuchten wir noch einen Markt in Suwon und hielten Ausschau nach gebrauchten Mobiltelefonen. Diese kann man in Korea nur mit gültigem Pass kaufen, weiters gibt es hier keine Sim-Karten sondern muss jedes Handy über den jeweiligen Anbieter registriert werden. Ein langes Procedere also, bei welchem uns 2 koreanische Freunde gerne behilflich waren.
Da Buddhismus hier in Korea weit verbreitet ist trifft man vereinzelt auf Darstellungen einer Swastika, welche hier allerdings wie allgemein bekannt sein sollte eine ganz andere Bedeutung, nämlich die des Sonnenrades haben. Des Weiteren zeigt die ursprüngliche Swastika gegen den Uhrzeigersinn.
Damit wären die Ereignisse der letzten Woche auch schon wieder zusammengefasst, morgen geht es wiedermal nach Seoul, diesmal allerdings nicht privat sondern von der Universität aus organisiert. Hoffentlich kennen die sich mit dem Ubahn-System aus. Euch Allen ein schönes Wochenende.
Der Unterricht selbst gestaltet sich aus Sicht des Professors oftmals als Monolog, Wortmeldungen oder gar Diskussionen sind aus einem einfachen Grund nicht möglich: Da Koreaner wie bereits berichtet ein gewisses Manko in Bezug auf die englische Sprache haben und noch dazu oftmals Probleme damit haben, vor mehreren Leuten zu sprechen ist es selten der Fall, dass jemand eine Frage stellt oder in anderer Weise seinen Beitrag zum Unterricht leistet, selbst wenn er oder sie gezielt angesprochen wird. Die Angst davor, etwas Falsches oder Unverständliches zu sagen ist einfach zu groß.
Aus diesem Grunde nehmen sämtliche Exchange-Studenten im Unterricht selbstverständlich eine Sonderstellung ein, da es alle Professoren sehr gerne sehen wenn jemand seinen persönlichen Beitrag zum Unterricht leistet. Die Englischkenntnisse der Vortragenden sind als ausreichend bis sehr gut zu bezeichnen, Business Communications II wird von einem Engländer unterrichtet, sämtliche restliche Fächer von Koreanern. Das Niveau wird durchaus sehr hoch gelegt, auch wird das hier anscheinend übliche kopieren und gegenseitige abschreiben sehr strikt unterbunden. Die Notenverteilung erfolgt hier nach dem amerikanischen System von A bis F, wobei A einem österreichischem 1er entspricht, B einem 2er, C einem 3er, D einem 4er und F einer 5 (unter 60%). Alle Noten werden dazu noch in + und 0 unterteilt, Also A+, A0, B+, B0 etc. In manchen Fächern werden die Noten nach festen Prozentsätzen vergeben, d.h. dass eine Mindestzahl an Studenten ein A bekommen muss, jedoch auch eine Mindestzahl sicher negativ abschneiden wird.
Üblicherweise, sofern keine Quotenregelung vorhanden ist bewegen sich die Noten zwischen A+ und C0, Ds und Fs werden nur in den seltensten Fällen vergeben, da mit einem D der Kurs zwar als bestanden gilt, im Gegensatz zur österreichischen Mentalität von "Hauptsache über 60% und somit geschafft" diese Note als mittlere Katastrophe geachet wird. Noten spielen hier also eine tragende Rolle wenn es später einmal darum geht, diese vorzeigen zu müssen.
Mitlerweile ist meine Kollegenschaft in diesem Zimmer auf 3 angewachsen, zu meinem chinesischen Roommate haben sich noch 2 Koreaner gesellt. Die beiden sind jedoch selten hier da sie nicht lange brauchen um nach Hause zu fahren und hauptsächlich deshalb am Campus wohnen, um in Ruhe lernen zu können. Trotzdem is es natürlich eine mehr als gewöhnungsbedürftige Lebenssituation, wenn man seine Privatsphäre auf die morgendliche Dusche mit nach Chlor riechendem Wasser beschränken muss.
Auch hier gibt es allerdings Mittel und Wege um sich ein Stückchen Freiheit zurückholen zu können... Und zwar von hier
Um die Geschichte zu vervollständigen; gestern stand zu Wochenendbeginn natürlich ein ausgereiftes Abendprogramm an, welches u.A. ein Live-Konzert einer koreanischen Progressive-Metal Band beinhaltete. Wer die japanische Band "Dir en grey" kennt hat eine gute Vorstellung, auf welcher Schiene sich dieses Konsortium bewegte (Mir ist durchaus bewusst das keiner diese Band kennt :p). Somit also eine willkommene Abwechlsung zur sonst üblichen Bar- und Clubmusik.
Da heute ab 10.00 AM eine gründliche Desinfektion aller Räumlichkeiten auf dem Programm stand hätte mich mein 2,50 € Wecker (erstanden an einem Marktstand in Seoul, läuft falsch, tickt zu laut) also gegen halb 10 aus meinem wohlverdienten Schlaf geholt. Um dem vorzubeugen haben wir also gegen 4 Uhr morgens kurzerhand beschlossen, ins Hotel auszuziehen. Mit frischer Wäsche und einer Zahnbürste gings ins nächste Taxi, ab ins Hotel "Suwon Castle". Zu unserem Glück haben wir den vermutlich EINZIGEN Taxifahrer in ganz Korea erwischt, der akzeptabel Englisch sprechen konnte und uns aufgrund von geschätzten 100 € für die Übernachtung in ein weitaus günstigeres Hotel verwies.
Dieses so genannte "Hotel Nix" übertraf unsere Erwartungen bei Weitem; für 12€ pro Person im Doppelzimmer wurde uns wahrer Luxus geboten. Badewanne mit Massagedüsen, großes Bett, Fernseher, Klimaanlage, etc. Vorallem war alles sehr sehr sauber, Handtücher und Duschgels waren ebenfalls vorhanden.
Da Buddhismus hier in Korea weit verbreitet ist trifft man vereinzelt auf Darstellungen einer Swastika, welche hier allerdings wie allgemein bekannt sein sollte eine ganz andere Bedeutung, nämlich die des Sonnenrades haben. Des Weiteren zeigt die ursprüngliche Swastika gegen den Uhrzeigersinn.
1 Kommentar:
Hey Johannes!
wahnsinn des klingt alles sehr aufregend. Bin ja auch am überlegen in einem Jahr nach Korea zu gehen..
Mal sehen, mal sehen. Werd deinen Blog weiterhin gespannt verfolgen.
Alles Gute aus dem regnerischen Salzburg!!
Josi
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