Freitag, 24. August 2007

Bericht der ersten 2 Tage!

So, nachdem ich nun also schon 2 Tage in meiner vorübergehend neuen Heimat Korea bin und bis jetzt noch absolut keine Zeit hatte wird nun also der erste Eintrag für den Blog fällig.

Am Dienstag ging das Abenteuer los, der Flug ging von München um 15.45. Auf Grund der Tatsache dass mein Vater bei Anfahrten zu Flughäfen immer die pannen- und staureichste Anfahrt einberechnet waren wir schon gegen halb 1 am Airport, die Wartezeit war allerdings nicht sonderlich schlimm da Boarding bereits um 14.45 möglich war und Mittagessen, Check-In bzw. Passkontrolle ebenfalls Zeit beanspruchten.

Nach 6 Stunden Flugzeit mit Fly Emirates, welche abgesehen von typischem Flugzeug-Essen ein hervorragendes Service bieten stand ein 3-stündiger Zwischenstop in Dubai auf dem Programm. Für jeden der ebenfalls schräge Blicke von einem arabischen Sitznachbarn ernten möchte; FHM lesen und Heineken bestellen ;-)

Da es in Dubai bei Ankunft genau Mitternacht war, hatte man einen wunderbaren Blick über die gesamte Stadt, ebenso war die künstlich aufgeschüttete Palmeninsel gut zu erkennen. Der Flughafen hat jedenfalls von außen gigantische Ausmaße, innen durfte ich mich nur im Transferraum aufhalten, welcher den Duty-Free Shop beinhaltet. Alleine dieser ist so groß wie ein Einkaufszentrum. Zigaretten gabs zum Spotpreis zum Preis von ~13$ pro Stange.


3 Stunden später verließ der Anschlussflug nach Seoul die Startbahn. Wie auch beim ersten Flug war das Service spitze, Bier gratis und jeder Sitz hatte sein eigenes Entertainment-System mit welchem man Fernsehen (~10 Movie-Channels, 2 Außenboardkameras, Fluginfo), Radio hören (40 Themensender), spielen (50 Mini-Spiele die man auch gegen andere Fluggäste spielen konnte) und emails bzw. SMS verschicken konnte. Einziger Nachteil der Fliegerei: 12 Stunden dauer nach Seoul ist irrsinnig anstrengend sobald man größer als 1,70m ist. An Schlaf war nicht zu denken da es dazu einfach zu unbequem war.

Um 16.45 Ortszeit (MET +7:00) war die Odyssey vorläufig endlich beendet; Landung am Incheon Int. Airport nähe Seoul. Da die Einreisebestimmungen anscheinend sehr streng in Korea sind brauchte ich fast eine Stunde bis ich durch den Zoll war und mein Gepäck VOLLSTÄNDIG (!) wieder fand. Vor dem Flughafen wurde ich von einer Studentin der koreanischen Uni abgeholt, per Bus gings dann rund 1:30 h nach Suwon (~35km südlich von Seoul) zur Ajou Universtiy. Suwon ist eine Vorstadt von Seoul und hat rund eine Million Einwohner. Die Temperatur lag zu diesem Zeitpunkt bei ca. 25°, die Luftfeuchtigkeit bei gefühlten 80%. Im Moment herrscht hier also drückende Hitze, allerdings sind alle Räumlichkeiten und Busse gut klimatisiert.

An der Uni angekommen bezog ich als erstes meine neue Unterkunft welche im Grunde genommen aus einem Zimmer mit Betten, Schreibtischen und Kästen besteht. Geteilt wird dieses kleine Reich mit Simon, ein Chinese welcher Literatur studiert und ebenfalls ein Semester in Korea auf Exchange ist.

Allerdings hatte ich keine Zeit um ein wenig zu entspannen da bereits kurz nach meiner Ankuft eine kleine "Erkundung der Umgebung" mit Joe (aus Tennessee, U.S.) und Kathi (Studienkollegin aus Krems) auf dem Programm stand. Im Endeffekt landeten wir nach 15 Minuten in der nächsten Bar um uns an das koreanische Nachtleben anzupassen.
In Korea hat man die Wahl zwischen teuren westlichen Getränken und verhältnismäßig billigen koreanischen. Internationale Biersorten wie Heineken & Co. kosten ca. 4-5€ je halben Liter, koreanisches Bier bekommt man hingegen um rund 1,50€. Es schmeckt erstaunlich gut, typisch asiatisch. Für Freunde besserer Unterhaltung gibt es hier überall "Soju", ein Vodkaähnliches Reisgetränk mit 20% Alc., das für 2€ je 250ml zu haben ist, grausam schmeckt und für Kopfschmerzen am nächsten Tag sorgt.

Mittwoch Vormittag war dann der erste unserer "Orientation Days". Im Grunde genommen ging es nur darum, uns die wichtigsten Dinge für die kommenden Tage und Wochen zu erklären. Da meine Wochenstundenanzahl stolze 12,5 beträgt wird dieses Semester wohl nicht allzulange in Hörsählen verbracht werden. Ebenfalls standen Vorführungen verschiedener koreanischer Gruppen auf dem Programm, u.a. eine Musik- und eine Taekwondo-Gruppe.


Am frühen Abend machten wir uns auf den wegen in eines der zahlreichen Shoppingcenter um ein paar Utensilien zu besorgen, ganz oben auf der Liste stand ein Polster da die vorangegangene Nacht auf meinem zur Verfügung gestellten aufblasbaren mini-Polster etwas schmerzhaft für mein Genick war. Das ideale Fortbewegungsmittel für Strecken unter 10 min. ist das Taxi, welches rund 3€ für 5 Minuten Fahrzeit kostet.

Für den kommenden Abend war ebenfalls ein Besuch verschiedener Bars geplant, davor wollten Joe, Kathi und Ich aber noch eine Kleinigkeit essen gehen. Hier in Korea gibt es wirklich überall etwas zu essen, an jeder Strassenecke und dazwischen auch. Zu jedem, aber wirklich jedem Essen gibt es "Kimchi", ein in Salzwasser eingelegter und anschließend mit Knoblauch, Chili, Ingwer, etc. gewürzter Kohl. Gegessen wird Kimchi immer kalt, allerdings schmeckt es besser als erwartet. Überhaupt ist das koreanische Essen sehr nahrhaft, gesund und sehr scharf, letzteres ist allerdings sehr erwünscht von mir.

An diesem Abend sahen wir also zufällig ein Restaurant, welches klassiche koreanische Küche bot. Mit Händen und Füßen wurde also irgendetwas bestellt, denn 90% aller Koreaner können kein Wort Englisch. Die Speisekarte war zum Glück mit netten Bildern versehen, nach welchen wir unsere Auswahl treffen konnten.


In typisch koreanischen Restaunts ist es übrigens üblich, die Schuhe vorher auszuziehen um dann über kleinen Tischen sitzend zu essen. Eingeschlafene Füße sind also vorprogrammiert :-)

Die Menge an Essen war wirklich unglaublich. Jeder bekam eine Suppe, Salat und Reis, auf dem mitleren großen Teller lag gekochtes Scheinefleisch, Kohlblätter und richtig; Kimchi. In den Schälchen rundherum gabs dazu Fisch, Pilze, Seegras, jede Menge scharfe Saucen und lauter unbekanntes Zeug. Das ganze isst man hier folgendermaßen: Zuerst ein Blatt Kohl auf den eigenen Teller legen, darauf kommt dann Reis, Fleisch, Gemüse, Saucen, Knoblauch, etc, das ganze wird zusammengerollt und mit einer ordentlichen Portion Kimchi garniert. Es schmeckt wirklich hervorragend, vorallem ist diese Art zu Essen mehr als interessant. Das ganze hat uns übrigens zusammen mit Getränken 26 € gekostet. Die Preise sind hier also wirklich in Ordnung, solang man keine westlichen Produkte kaufen will/muss.

Nach dem ausgiebigen Mahl gings ein weiteres Mal daran, das Nachtleben mit ein par Runden Billard,



Bier


und Spontanfreundschaften zu erforschen.


Koreaner sind sehr gesellige und hilfsbereite Leute, auch wenn sie kaum oder sogar gar kein Englisch sprechen versuchen sie mit jemandem zu kommunizieren, so gut dies möglich ist. Da auch die Taxifahrer kein Englisch sprechen reicht es oft jemanden auf der Straße anzusprechen und ihn oder sie zu bitten, dem Taxifahrer das gewünschte Ziel zu nennen. Der heutige Tag stand im Zeichen des zweiten Orientation Day, dazu gab es eine kleine Stadtbesichtigung. Da es inzwischen bereits ~21:10 ist und sich langsam ein Bedürfnis nach Essen breit macht wird der Bericht allerdings auf morgen verschoben werden. Wir haben vor, morgen nach Seoul zu fahren, insofern wird es auf jeden Fall einiges zu berichten geben.

Bis bald.

P.S.: Die eingebaute Kommentarfunktion darf und SOLL genutzt werden!

4 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

dann nutz ichs gleich als erste...schön das du gut angekommen bist! klingt ja sehr sehr spannend bei dir! werde ganz oft deinen blog anklicken und bin gespannt wies dir so ergeht! ganz liebe grüsse aus der ganz weit entfernten heimat! BUSSI NINA

Anonym hat gesagt…

ja hallo! zu aller erst (zusammen oder getrennt? kA, egal...) muss ich sagen, dass die ganze blog-sache eine super idee ist. bin mir sicher, dass ich des öfteren vorbeischauen werd.
eine frage hätt ich schon: wann bistn du immer so online? also uhrzeitmäßig...müssen mal skypen!
so, hör schon wieder auf blödsinn zu schwafeln, wünsch noch viel spaß! und nichts auslassen, gell! ;)
max (der dünne große liegler da...)^^

Anonym hat gesagt…

Werinais! Muss mich meinem anonym-Bruder anschließen und Ihnen ein allerherzlichstes Kompliment machen, dass Sie uns da so teilnehmen lassen an Ihren asiatischen Erfahrungen.

Somit wünsche ich ein herzliches "hauptsoch bumzua" nach Korea und verbleibe mit freundlichen Grüßen,
Flo

damaggus hat gesagt…

Geniales Blog. sehr interessanter bericht, dass aba 90% aller koreaner kein englisch können wundert mich stark...

hoffe bald wieder so einen netten bericht lesen zu können :)

lg
markus